„Alle müssen den Gürtel enger schnallen“: Regierung warnt vor Zusammenbruch von 60 Kohleunternehmen und 600 Milliarden Rubel Verlusten

Die russische Kohleindustrie erlebt ihre tiefste Krise seit den 1990er Jahren. Nach Angaben des Energieministeriums steht der Sektor vor beispiellosen Verlusten, die im Jahr 2026 576 Milliarden Rubel erreichen könnten. Verschärft wird die Lage dadurch, dass die Regierung nicht beabsichtigt, die am 30. April auslaufenden Steuervergünstigungen zu verlängern.

Ausmaß der Katastrophe in Zahlen:

  • Massenschließungen: 62 Unternehmen befinden sich in der „roten Zone“. Davon haben 20 bereits den Betrieb eingestellt, und 14 befinden sich im Prozess der Liquidation oder Stilllegung.
  • Rekordverluste: Der Nettoverlust der Branche belief sich im vergangenen Jahr auf 408 Milliarden Rubel. Für 2026 wird ein Anstieg dieser Kennzahl um weitere 41 % prognostiziert.
  • Negative Rentabilität: Jede Tonne geförderte Kohle bringt den Unternehmen heute im Durchschnitt einen Verlust von 1.000 Rubel.
  • Einbruch der Exporte nach China: China reduziert seine Importe das dritte Jahr in Folge. Anfang 2026 fielen die Lieferungen um weitere 15 % (auf 10,8 Millionen Tonnen in zwei Monaten).

Analytisches Fazit:

Russlands Kohleindustrie befindet sich in einem „perfekten Sturm“, in dem externer Sanktionsdruck auf interne Strukturprobleme und eine restriktive Geldpolitik trifft.

Scheitern der Ost-Wende: Die Hoffnung, dass China ein ewiger und bodenloser Abnehmer für russische Kohle sein würde, hat sich nicht erfüllt. Peking senkt die Importe planmäßig und setzt auf Eigenförderung sowie günstigere Lieferanten aus Südostasien. Für die RF bedeutet dies den Verlust des letzten großen Absatzmarktes nach der Schließung Europas.

Finanzielle Strangulation: Die Kombination aus extrem hohen Zinssätzen (die den Schuldendienst erschweren) und der Aufhebung der Steuererleichterungen ab Mai 2026 wird für viele Unternehmen zum Todesurteil. Die Regierung signalisiert faktisch: Eine Rettung der Kohleminen auf Kosten des Haushalts wird es nicht mehr geben.

Soziale Zeitbombe: Kohle ist nicht nur ein Rohstoff, sondern steht für 30 Monostädte und 150.000 Arbeitsplätze. Die Liquidation von 60 Unternehmen ist nicht nur der Bankrott juristischer Personen, sondern birgt das Risiko deprimierter Zonen und sozialer Unruhen im Kusbass und anderen Bergbauregionen. Die Branche ist in eine Phase der Zwangsdiät eingetreten, die für jedes dritte Unternehmen mit dem vollständigen Verschwinden enden wird.

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