Kriegsausgaben fünfmal höher als das Einkommen aller Russen unter der Armutsgrenze

Laut Rosstat sinkt die Armut in Russland weiter: Ende letzten Jahres fiel die Zahl der Bürger mit Einkommen unter der offiziellen Grenze erstmals auf 9,8 Mio. Menschen (6,7% der Bevölkerung). Eine Analyse der Haushaltsausgaben zeigt jedoch, dass die massive Kriegsfinanzierung die Mittel, die zur vollständigen Beseitigung des Einkommensdefizits dieser Bürgerkategorie erforderlich wären, um ein Vielfaches übersteigt.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Andrej Beloussow beliefen sich die Ausgaben des Ministeriums auf 7,3% des BIP, wovon 5,1% des BIP direkt für Kampfhandlungen aufgewendet wurden. Bei einem BIP von 213,5 Bio. Rubel erreichten die direkten Kriegskosten 10,9 Bio. Rubel

Ausmaß der Militärausgaben im Vergleich zu sozialen Bedürfnissen

Die Armutsgrenze lag im vergangenen Jahr bei 16.903 Rubel pro Monat. Das gesamte Jahreseinkommen aller 9,8 Mio. Russen unter dieser Grenze betrug weniger als 2 Bio. Rubel. Somit hätte der für militärische Zwecke ausgegebene Betrag ausgereicht, um das Einkommen der ärmsten Bevölkerungsschichten des Landes fünfmal zu decken.

Gleichzeitig weisen Experten auf den künstlichen Charakter des statistischen Rückgangs hin. Die Armutsgrenze wird durch Indexierung des Existenzminimums von 2020 an die Durchschnittsinflation berechnet, während die reale Verbraucherinflation für einkommensschwache Russen traditionell deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt.

Analytisches Fazit: Die Priorisierung des Militärhaushalts vor der sozialen Entwicklung zementiert technologische Rückständigkeit und versteckte Armut. Im Jahr 2026 wird die Fortsetzung dieses Kurses trotz formaler Erfolge in den Statistikberichten zu einem weiteren Ressourcenabfluss aus dem zivilen Sektor führen.

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