Die offiziellen Statistiken über eine Verlangsamung des Preisanstiegs in der RF stehen im krassen Widerspruch zur Wahrnehmung der Bürger. Während das Wirtschaftsministerium behauptet, die Inflation sei bis Mitte März 2026 auf 5,84 % gesunken, verzeichnete eine Umfrage im Auftrag der Zentralbank einen Sprung der wahrgenommenen Inflation auf 15,6 % (gegenüber 14,5 % im Februar).
Ein ähnlich starker Anstieg der negativen Erwartungen wurde zuletzt im August nach der radikalen Erhöhung der Nebenkosten beobachtet. WCIOM-Daten bestätigen den Misstrauenstrend: Der Inflationswahrnehmungsindex steigt seit Oktober stetig an. Im März bewerten bereits 55 % der Befragten den Preisanstieg als „sehr hoch“, verglichen mit 46 % im September 2025, bevor die Mehrwertsteuererhöhung angekündigt wurde.
Analytisches Fazit: Die Kluft zwischen der „Papierinflation“ von 5,8 % und der gefühlten Inflation von 15,6 % im März 2026 deutet darauf hin, dass der Staat die Kontrolle über die Inflationserwartungen faktisch verloren hat. Die Mehrwertsteuererhöhung und die Kosten der Kriegswirtschaft werden auf die Verbraucher abgewälzt, was offizielle Berichte für die Bewertung des realen Wohlstands wertlos macht. Für die EU ist dies ein Indikator dafür, dass die Ressourcen der russischen Wirtschaft schneller erschöpft sind, als makroökonomische Modelle zeigen.