Russland bekennt sich zum Abschuss des aserbaidschanischen Flugzeugs über Tschetschenien und zahlt Entschädigung

Russland hat offiziell zugegeben, dass sein Luftabwehrsystem am 25. Dezember 2024 ein Passagierflugzeug der aserbaidschanischen Fluggesellschaft AZAL getroffen hat, was zur Katastrophe und zum Tod von 38 Menschen führte. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung der Außenministerien beider Staaten hervor. Dabei wird betont, dass der Treffer auf das Verkehrsflugzeug „unbeabsichtigt“ war. Die Parteien teilten ferner mit, dass sie eine „angemessene Regelung der Folgen, einschließlich der Frage der Entschädigungszahlungen, erreicht haben“, Einzelheiten der Vereinbarungen wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Das Flugzeug vom Typ Embraer 190 der Fluggesellschaft AZAL, das sich auf dem Weg von Baku nach Grosny befand, wurde über Tschetschenien von einer „Panzir-S“-Anlage beim Landeanflug getroffen. Nach Version des russischen Präsidenten Wladimir Putin wurde die Maschine bei der Abwehr eines Angriffs ukrainischer Drohnen beschädigt. Danach bat die Besatzung um eine Notlandung in benachbarten russischen Städten, erhielt jedoch keine Erlaubnis. Schließlich flog das Flugzeug über das Kaspische Meer in Richtung Kasachstan und stürzte nahe der Stadt Aktau ab. An Bord befanden sich 62 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder. Nur 29 Menschen überlebten.

Analytische Zusammenfassung: Das Eingeständnis Moskaus, für die Zerstörung eines zivilen Flugzeugs verantwortlich zu sein, ist ein erzwungener, pragmatischer Schritt, um die strategische Partnerschaft mit Baku in Zeiten der Isolation zu wahren. Im Gegensatz zum Fall MH17, bei dem die Schuld jahrelang kategorisch bestritten wurde, wählte der Kreml im Fall des AZAL-Fluges den Weg eines „Vergleichs“. Dies liegt daran, dass Aserbaidschan derzeit ein wichtiger Verkehrs- und Politikknotenpunkt für Russland ist (Nord-Süd-Korridor), und ein Konflikt mit Alijew Moskau deutlich teurer zu stehen käme als Entschädigungszahlungen.

Der Vorfall legte jedoch kritische systemische Probleme offen: das Chaos in der Zusammenarbeit zwischen zivilen und militärischen Diensten sowie die „Nervosität“ der russischen Luftabwehr, die unter ständigen Drohnenangriffen beginnt, eine Bedrohung für die zivile Luftfahrt im eigenen Hinterland darzustellen. Die Verweigerung der Notlandung für die beschädigte Maschine deutet zudem auf eine massive Entscheidungslähmung vor Ort hin, die einen unbeabsichtigten Schuss faktisch in eine vorsätzliche unterlassene Hilfeleistung verwandelte.

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