Das russische Bankensystem leidet unter einem massiven Mangel an chinesischen Yuan — der de facto einzigen für den Außenhandel uneingeschränkt verfügbaren Fremdwährung. Am Donnerstag schossen die Zinsen für Yuan-Kredite an der Moskauer Börse auf 44 % pro Jahr hoch. Während die Sätze im letzten Jahr fast bei Null lagen, verloren sie im März 2026 völlig an Stabilität und stiegen von 10 % im Februar auf die aktuellen Rekordwerte.
Der Mangel resultiert aus sinkenden Exporterlösen und dem Stopp von Devisenverkäufen durch das Finanzministerium. Die Banken haben das Swap-Limit der Zentralbank von 5 Mrd. Yuan bereits vollständig ausgeschöpft. Da chinesische Banken kaum Kredite an russische Firmen vergeben, ist der Markt rein auf Handelsströme angewiesen. Dies löste einen Rubel-Absturz aus: Der Yuan stieg auf 12,65 Rubel, der Dollar überschritt die Marke von 86 Rubel.
Analytisches Fazit: Die Währungskrise im März 2026 offenbart die Fragilität der „Yuanisierung“ der russischen Wirtschaft. Der Wechsel zur chinesischen Währung hat keine Stabilität gebracht, da Russland der Zugang zu tiefen Kapitalmärkten fehlt und chinesische Finanzinstitute aus Angst vor Sekundärsanktionen vor Krediten zurückschrecken. Für die EU ist dies ein klares Indiz dafür, dass die finanziellen Puffer des Kremls schwinden; die Unfähigkeit, Liquidität selbst in einer „befreundeten“ Währung zu sichern, führt zu unkontrollierter Abwertung.