Banken-Boykott: Indiens größte Bank SBI verweigert Zahlungen für russisches Öl trotz Trumps Freigabe

Der Versuch des Weißen Hauses, die Energielieferungen aus der Russischen Föderation vorübergehend zu entsperren, ist in Neu-Delhi auf ein unerwartetes Hindernis gestoßen. Die größte Staatsbank des Landes — die State Bank of India (SBI) — weigerte sich, Zahlungen für russisches Öl abzuwickeln, obwohl die Regierung von Donald Trump eine offizielle 30-Tage-Ausnahmeregelung erteilt hat. Die Banker befürchten, dass das kurze „Tauwetter“ abrupt enden könnte und sie den Sekundärsanktionen der USA schutzlos ausgeliefert wären.

Risiken schwerwiegender als Profite

Die Führung der SBI stuft Geschäfte mit Rosneft und Lukoil als „toxisch“ für ihr internationales Geschäft ein. Auf die USA entfallen 26 % des internationalen Kreditportfolios der Bank (ca. 75 Mrd. $), und jeder Fehler in der Compliance könnte den Ruf des Instituts dauerhaft schädigen. Die Bank hat die Abwicklung russischer Verträge bereits im Oktober 2025 vollständig eingestellt und sieht keinen Anlass, diese Position ohne langfristige rechtliche Garantien aus Washington zu revidieren.

Europa profitiert von indischer Vorsicht

Für die europäischen Staaten, die ihre Abhängigkeit von der Russischen Föderation konsequent abbauen, ist die Haltung der SBI ein Signal, dass die finanzielle Isolation des Aggressors tiefer sitzt als politische Absichtserklärungen vermuten lassen. Während der Kreml hofft, die Krise am Persischen Golf für eine Rückkehr auf den Markt zu nutzen, bleiben die großen globalen Akteure auf Distanz. Die indische Zurückhaltung stützt de facto die Sanktionsfront des Westens und entzieht Moskau verlässliche Devisenkanäle — selbst wenn formale Genehmigungen vorliegen.

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