Washingtons Kehrtwende: Trump erwägt Aufhebung der russischen Ölsanktionen zur Stabilisierung der Weltpreise
Die Administration von Donald Trump hat mit den Vorbereitungen für eine teilweise Aufhebung der Beschränkungen für russische Ölexperte begonnen. Laut Reuters wird dieser Schritt als notwendige Maßnahme angesehen, um den durch den Krieg gegen den Iran verursachten globalen Energiepreissprung einzudämmen. Erwogen werden sowohl eine systemische Lockerung der Sanktionen als auch gezielte Genehmigungen für Länder wie Indien, russisches Rohöl ohne Risiko von US-Sanktionen oder Zöllen zu kaufen. Marktstabilisierung um den Preis des „Sanktionsrückzugs“ Die Informationen über die bevorstehenden Erleichterungen erschienen unmittelbar nach einem Telefonat zwischen Donald Trump und Wladimir Putin. Das Weiße Haus betont, dass ein Plan zur „Aufrechterhaltung der Stabilität auf den Energiemärkten“ im Voraus entwickelt wurde; jedoch haben die Blockade der Straße von Hormus und das daraus resultierende Angebotsdefizit die Umsetzung beschleunigt. Das Hauptdilemma für Washington besteht darin, dass der Versuch, den Markt abzukühlen, direkt der Strategie widerspricht, Moskau die Einnahmen zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine zu entziehen. Energiepragmatismus und neue Spielregeln Die Aufhebung der Sanktionsbarrieren legalisiert faktisch russisches Öl auf dem Weltmarkt unter dem Vorwand der Bekämpfung der globalen Inflation. Für den Kreml bedeutet dies nicht nur höhere Einnahmen, sondern auch eine erhebliche Vereinfachung der Logistik, die zuvor komplexe Schemata mit einer „Schattenflotte“ erforderte. Sollte die Entscheidung bekannt gegeben werden, wäre dies die größte geopolitische Verschiebung seit Anfang 2022, die das Kräfteverhältnis in der energetischen Konfrontation zwischen dem Westen und Russland verändert.