Der russische Aluminiumriese Rusal verzeichnete für das Jahr 2025 einen Nettoverlust von 455 Mio. USD — das erste Minus seit 2014. Trotz eines Umsatzwachstums von 17 % auf 14,1 Mrd. USD reichten die gestiegenen Weltmarktpreise nicht aus, um die explodierenden Kosten zu decken.
Die Schuldendienstkosten stiegen um 71 %, die Produktionskosten um 12 % und die Logistikkosten um 25 %. Infolgedessen drosselte das Unternehmen die Produktion um 1,9 %. Auch geografisch gab es Verschiebungen: Der Anteil des europäischen Marktes sank von 21 % auf 14 %, während China mit 35 % zum Hauptabnehmer wurde.
Analytisches Fazit: Der Verlust von Rusal im März 2026 verdeutlicht, dass selbst hohe Weltmarktpreise die strukturellen Mängel der russischen Industrie nicht ausgleichen können. Steigende Schulden und logistische Engpässe machen Metallexporte zunehmend unrentabel. Die Abhängigkeit von China sichert zwar den Absatz, gibt Peking aber die Macht, die Preise zu diktieren. Das sanktionsgeprägte Umfeld hat die „Überlebenskosten“ des Geschäfts so weit in die Höhe getrieben, dass keine Gewinne mehr übrig bleiben.