In der Nacht zum 27. März wurde das Gebiet Leningrad massiv von Drohnen angegriffen. Wie der Gouverneur der Region, Alexander Drosdenko, mitteilte, wurden 36 Drohnen zerstört. Trotz fehlender offizieller Angaben zu Schäden deuten Augenzeugenvideos und Monitoring-Daten auf Explosionen in unmittelbarer Nähe der wichtigsten Ölterminals — Primorsk und Ust-Luga — hin.
Wichtige Fakten des Angriffs:
- Systematik: Dies ist bereits der dritte Angriff auf die russischen Ostseehäfen innerhalb von sieben Tagen (vorangegangene Angriffe am 23. und 25. März).
- Strategische Bedeutung: Primorsk und Ust-Luga sind Russlands größte Exporthubs an der Ostsee. Über sie laufen etwa 40 % der gesamten russischen Ölexporte (ca. 2 Millionen Barrel pro Tag).
- Verladestopp: Laut Reuters haben beide Häfen die Ölverladung bereits am 25. März nach dem zweiten Angriff faktisch eingestellt. Der nächtliche Schlag vom 27. März macht die Aussichten auf eine baldige Wiederaufnahme noch düsterer.
Analytisches Fazit:
Die massiven Schläge gegen Primorsk und Ust-Luga sind ein Versuch der Ukraine, ein physisches Embargo gegen russisches Öl zu verhängen, das sich als weitaus effektiver erweist als westliche „Preisobergrenzen“.
Wirtschaftlicher Knockout: Der Stopp von 40 % der Ölexporte ist eine direkte Bedrohung für den Zufluss von Devisen in den russischen Haushalt. Wenn die Häfen den Betrieb in den kommenden Tagen nicht wieder aufnehmen können, führt dies zu einem Überangebot in den Lagern und zur Notwendigkeit, die Förderung auf den Ölfeldern zu drosseln, was langfristig negative Folgen für die Bohrlöcher hat.
Versagen der Flugabwehr: Dass 36 Drohnen das Gebiet Leningrad erreichen und dieselben Objekte dreimal in einer Woche angreifen konnten, deutet auf kritische Lücken im Flugabwehrsystem des Nordwestens hin. Die Verteidigungsressourcen scheinen an der Front konzentriert zu sein, während die strategische Infrastruktur tief im Hinterland Schwärmen von Billigdrohnen schutzlos ausgeliefert ist.
Logistische Sackgasse: Der Versuch, solche Mengen an Öl (2 Mio. Barrel pro Tag) sofort in andere Häfen umzuleiten, ist unmöglich — weder Noworossijsk noch die Häfen im Fernen Osten verfügen über freie Kapazitäten in diesem Umfang. Die Ostsee wandelt sich vom „Fenster nach Europa“ zu einer Hochrisikozone, in der die Versicherung von Tankern unbezahlbar wird und die Möglichkeit des Exports selbst zum Glücksspiel verkommt.