Die Raffinerie Kirischinefteorgsintez („Kinef“) im Leningrader Gebiet – die zweitgrößte Russlands und die größte im europäischen Teil des Landes – wird für etwa einen Monat stillstehen. Wie Reuters unter Berufung auf Branchenquellen berichtet, stellte das Werk von Surgutneftegas mit einer Kapazität von 20 Millionen Tonnen pro Jahr die Verarbeitung vollständig ein, nachdem am 26. März alle Anlagen durch Drohnenangriffe beschädigt wurden.
Details der kritischen Schäden:
- Totalausfall: Der Drohnenangriff war so präzise, dass sämtliche Verarbeitungseinheiten der Raffinerie beschädigt wurden. Dies ist ein beispielloser Fall einer vollständigen Lähmung eines Giganten dieser Größenordnung.
- Zeitplan der Wiederherstellung: Das Werk wird voraussichtlich erst in etwa einem Monat den Betrieb teilweise (auf 60–75 % der Kapazität) wieder aufnehmen können.
- Schwere Verluste: Eine der beiden leistungsstärksten Primärdestillationsanlagen könnte eine umfassende Reparatur von mehreren Monaten erfordern.
- Strategische Bedeutung: Kinef ist der Hauptlieferant für Treibstoffe im Nordwesten Russlands und der führende Exporteur von Erdölprodukten über den Hafen Ust-Luga.
Analytisches Fazit:
Der Stillstand von Kinef markiert den Höhepunkt eines „schwarzen März“ für die russische Ölindustrie, der nun von systemischen Störungen in eine regionale Treibstoffkrise übergeht.
Domino-Effekt: Kinef ist nicht nur eine Raffinerie, sondern die Hauptquelle für Exportdiesel und Naphtha für die Ostseehäfen. Dieser Stillstand, kombiniert mit den Bränden in Ust-Luga, setzt die Exportlogistik im Nordwesten faktisch außer Kraft. Dies wird zu einem noch drastischeren Rückgang der Deviseneinnahmen führen als der jüngst von Bloomberg gemeldete Einbruch um 43 %.
Technologische Sackgasse: Die gleichzeitige Beschädigung aller Einheiten macht ein schnelles „internes Ausweichen“ unmöglich. Für Surgutneftegas wird die Reparatur unter den Bedingungen von Sanktionen gegen Importausrüstung zu einer massiven technischen Herausforderung. Jeder Tag Stillstand bedeutet Millionenverluste und enorme Kosten für die Konservierung der Prozesse.