Die energetische Erpressung verliert zusehends an Boden. Nachdem der Preis für Brent-Öl am Montagmorgen auf fast 120 $ pro Barrel gestiegen war, setzte im Tagesverlauf ein massiver Rückgang ein. Der Absturz beschleunigte sich, nachdem Donald Trump versprach, den Krieg im Iran „sehr bald“ zu beenden und die Ölsanktionen vorübergehend zu lockern, um die Preise zu senken. Im nächtlichen Handel fielen die Notierungen unter 90 $.
Zusammenbruch der Gaspreise und Scheitern der OPEC+
Versuche der nahöstlichen Förderstaaten, die Preise durch Produktionskürzungen zu stützen, ließen die Händler unbeeindruckt. Um 12:00 Uhr Moskauer Zeit lag der Ölpreis bei 91,7 $, was einem Rückgang von 7,3 % gegenüber dem Montagschluss entspricht. Der Gaspreis in Europa brach von seinem Höchststand bei 68,8 €/MWh (fast 835 $ pro 1000 Kubikmeter) um 32,7 % ein. Der Dutch TTF-Future notierte am Dienstagmittag nur noch bei 47,9 €.
Das Ende des russischen Profitfensters
Für Europa ist dieser Preisverfall ein dringend benötigter Befreiungsschlag, der Moskaus Strategie durchkreuzt, von der globalen Instabilität zu profitieren. Während Washington als Stabilisator auftritt, sieht sich die russische Rohstoffwirtschaft mit der Realität konfrontiert, dass ihre Öleinnahmen schneller schrumpfen könnten als geplant. Der geopolitische Bluff ist nicht aufgegangen: Die europäische Entschlossenheit und der US-Pragmatismus treffen die Budgetpläne des Kremls empfindlich.