Der belgische Premierminister Bart De Wever hat mit einer Forderung nach Normalisierung der Beziehungen zu Russland für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit der Zeitung L’Echo betonte der Politiker, dass die Europäische Union eine Einigung mit Wladimir Putin erzielen müsse, um Frieden zu schaffen und wieder Zugang zu billigem Öl und Gas zu erhalten. Nach Ansicht des belgischen Regierungschefs ist der aktuelle Ansatz, die Ukraine militärisch zu unterstützen und gleichzeitig die russische Wirtschaft zu untergraben, ohne massive Hilfe der USA ineffektiv.
De Wever bezeichnete die Rückkehr zu russischen Energieträgern als „gesunden Menschenverstand“ und merkte an, dass europäische Staats- und Regierungschefs in privaten Gesprächen seiner Position zustimmen würden, es aber niemand wage, dies laut auszusprechen. Der Premierminister forderz dazu auf, den Konflikt im Interesse Europas zu beenden, warnte jedoch formal vor „Naivität“ gegenüber dem Kreml.
Spaltung in der EU über die Frage von Verhandlungen
Die Erklärung des belgischen Regierungschefs offenbart tiefe Risse innerhalb der EU. Derzeit hat sich ein Block von Ländern gebildet, die direkte Verhandlungen mit Russland fordern; dazu gehören neben Belgien auch Frankreich (Emmanuel Macron), Italien (Giorgia Meloni) und Ungarn (Viktor Orbán).
Dem steht eine Gruppe von Staaten gegenüber, die eine kompromisslose Haltung einnehmen: Polen, Litauen, Lettland und Estland. Diese Länder lehnen die Möglichkeit eines Deals mit dem Kreml kategorisch ab und betrachten dies als Kapitulation und Bedrohung für die langfristige Sicherheit der Region.
Analytisches Fazit: Der öffentliche Aufruf des belgischen Premierministers zu einem Deal mit Russland markiert eine kritische Ermüdung des alten Europas angesichts des wirtschaftlichen Drucks und des Ressourcenmangels. Im Jahr 2026 könnte dieser Trend zu einer politischen Lähmung der EU führen, in der das Streben nach billiger Energie in direkten Konflikt mit den Verpflichtungen zur Unterstützung der Ukraine gerät und letztlich die Einheit der westlichen Koalition zerstört.