Größter russischer Chiphersteller beginnt mit aktivem Kauf von Lizenzen in China

Russlands führende Elektronik-Holding „Element“ hat Rechte an chinesischen Technologieentwicklungen erworben, wie CNews berichtet. Finanzberichten zufolge schloss die Tochtergesellschaft „Element-Technologies“ zwei Verträge mit dem chinesischen Unternehmen Shijiazhuang Tonhe Electronics über den Erwerb von Rechten an geistigem Eigentum ab.

Details des Geschäfts:

  • Finanzielle Seite: Die Anzahlungen für die beiden Verträge beliefen sich auf insgesamt 99,4 Millionen Rubel.
  • Gegenstand der Lizenzierung: Rechte an geistigen Entwicklungen im Bereich von Leistungsmodulen.
  • Spezifikationen: Marktquellen zufolge handelt es sich um Leistungsmodule mit einer Kapazität von 30 und 40 kW, die als Standardkomponenten für Schnellladestationen von Elektrofahrzeugen gelten.
  • Zeitplan: Die Übertragung der Rechte soll in der ersten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen sein.

Der chinesische Partner, Shijiazhuang Tonhe Electronics, ist auf Hochfrequenz-Stromversorgungen spezialisiert, die nicht nur im zivilen Sektor (E-Mobilität), sondern auch in der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie Anwendung finden.


Analytische Zusammenfassung:

Das Geschäft zwischen „Element“ und Tonhe Electronics ist ein Paradebeispiel dafür, wie der russische Mikroelektroniksektor von der versuchten „Importsubstitution“ zu einem Modell des „Import-Transfers“ übergeht. Statt eigene Architekturen von Grund auf neu zu entwickeln, setzen die Marktführer auf die Lizenzierung chinesischer Technologien, um Lücken in kritischen Nischen schnell zu schließen.

Dieser Fall verdeutlicht jedoch zwei systemische Probleme. Erstens: Die Abhängigkeit von China wird total. Russland kauft nicht mehr nur Hardware, sondern chinesisches Ingenieurwissen, was langfristig den technologischen Rückstand gegenüber den Weltmarktführern zementiert. Zweitens: Die Entscheidung für eine schnelle Lizenzierung statt einer Eigenentwicklung bestätigt, dass russische F&E-Zentren entweder überlastet sind oder nicht über die nötigen Kompetenzen verfügen, um zeitnah wettbewerbsfähige Leistungsmodule zu entwickeln. Für „Element“ ist dies ein pragmatischer Weg, um mit einem „einheimischen“ Produkt auf den Markt zu kommen, in dessen Innerem ein „chinesisches Herz“ schlägt.

Schreibe einen Kommentar