US-Präsident Donald Trump hat den zweitägigen Gipfel in Peking mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping beendet und die Heimreise nach Washington angetreten. Wie The Wall Street Journal berichtet, endete das Treffen der Führer der beiden größten Volkswirtschaften der Welt ohne konkrete Vereinbarungen — weder zu den bilateralen Handelsbeziehungen noch zu kritischen geopolitischen Fragen wie der Öffnung der Straße von Hormus. Die äußere Zurschaustellung von Freundlichkeit kaschierte lediglich tiefe strategische Differenzen.
Geopolitische Architektur: Analyse von Resilienz und Risiken
Der Gipfel in Peking sollte ein Wendepunkt nach dem im vergangenen Oktober geschlossenen Handelswaffenstillstand sein, der radikale gegenseitige Maßnahmen für ein Jahr einfror — darunter Importzölle von über 100 %, US-Beschränkungen für Chip-Exporte und ein De-facto-Exportverbot für seltene Erden aus China. Das Ausbleiben greifbarer Ergebnisse zeigt jedoch die mangelnde Kompromissbereitschaft beider Seiten:
- Hinhaltetaktik Pekings: Trump lud Xi Jinping für den 24. September nach Washington ein. Analysten betonen, dass Peking die bloße Perspektive dieses Besuchs als diplomatisches Druckmittel nutzt, um die US-Regierung bei wichtigen Entscheidungen zum Aufschub zu bewegen, insbesondere bei neuen amerikanischen Waffenlieferungen an Taiwan.
- Sackgasse im Handel: Das Scheitern eines „umfassenden Abkommens“ verdeutlicht, dass der strukturelle Wirtschaftskonflikt zwischen Washington und Peking in eine chronische Phase übergetreten ist. Das Risiko eines erneuten offenen Zollkriegs im Herbst bleibt kritisch hoch.
Fazit: Das diplomatische Rendezvous in Peking brachte keinen Durchbruch. Die USA und China verharren in einem fragilen, temporären Waffenstillstand, wobei die Volksrepublik die Trump-Administration auf diplomatischem Parkett erfolgreich ausmanövriert, um wertvolle Zeit zur Festigung ihrer Position im Indopazifik zu gewinnen.