Steuererhöhungen, der Übergang der Verbraucher zu strikten Sparmaßnahmen und der erste Wirtschaftsabschwung seit 2023 haben eine massive Welle von Liquidationen im Bereich der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ausgelöst. Wie Forbes unter Berufung auf Daten der Analyseplattform „Kontur.Focus“ berichtet, wurden im ersten Quartal 2026 in der RF 209.000 KMU-Betriebe liquidiert — 9 % mehr als im Vorjahreszeitraum.
KMU-Sektor: Fiskaldruck und operative Krise
| Branche | Aktuelle Lage und Prognosen |
| Gastronomie (Cafés, Bars, Restaurants) | 94 % der Betriebe arbeiten am Rande der Rentabilität oder mit Verlusten (Daten von „Action Buchgalterija“). |
| Einzelhandel (Bekleidung) | Bis zum Jahresende könnten bis zu 40 % der Modegeschäfte schließen (Prognose der „Goldman Agency“). |
| Dienstleistungssektor (Art- und Schönheitssalons) | Massenschließungen von Filialen aufgrund sinkender Kaufkraft und steigender Materialkosten. |
Systemressource: Analyse von Resilienz und Risiken
Die aktuelle Krise im KMU-Sektor verdeutlicht das vollständige Aufbrauchen der Resilienzreserven des privaten Unternehmertums unter dem Druck der staatlichen Fiskalpolitik:
- Die Steuerzange: Seit Beginn des Jahres 2026 wurden Unternehmer mit einem Jahresumsatz von 20 bis 60 Millionen Rubel ihrer bisherigen Privilegien beraubt und zur Zahlung der Mehrwertsteuer verpflichtet, die zudem auf 22 % angehoben wurde. Der Wegfall der Möglichkeit, Pauschalbeträge über Lizenzen (Patente) abzuführen, zwang die Unternehmen zum Wechsel in das vereinfachte Steuersystem (6 % vom Umsatz oder 15 % vom Gewinn), was sich angesichts schrumpfender Margen als untragbar erwies.
- Verbraucherpessimismus: Die Bevölkerung ist zu einem harten Sparkurs übergegangen und schränkt die Ausgaben für Gastronomie, Kosmetik und Non-Food-Artikel drastisch ein. Der Rückgang der realen Nachfrage nahm den KMU die Möglichkeit, die gestiegenen Steuern auf die Endpreise umzulegen.
- Teures Kapital: Die extrem hohen Zinssätze der Bank von Russland haben Kleinunternehmen den Zugang zu Betriebsmittelkrediten abgeschnitten, wodurch Liquiditätsengpässe nicht mehr überbrückt werden können.
Fazit: Wie der Ökonom Dmitri Polewoj feststellt, verfügt der Privatsektor über keinerlei interne Reserven mehr. Der Entzug von Liquidität zugunsten eines defizitären Bundeshaushalts zerstört das wirtschaftliche Fundament des Kleinunternehmertums und ersetzt Eigeninitiative und Selbstständigkeit durch eine Insolvenzwelle und die Flucht in die Schattenwirtschaft.