In der Europäischen Union wird die Möglichkeit diskutiert, die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel als Vermittlerin in Verhandlungen mit Russland einzubeziehen, berichten Quellen des Spiegel. Als Hauptargumente für ihre Kandidatur werden ihre Russischkenntnisse, ihr Status als Politikerin im Ruhestand (was ihr einen Anschein von Neutralität verleiht) und ihre langjährige persönliche Bekanntschaft mit Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin genannt. Das Büro der 71-jährigen Merkel stellte klar, dass derzeit keine offiziellen Angebote vorliegen, schloss jedoch die Möglichkeit ihrer Zustimmung in der Zukunft nicht aus.
Verteidigungsministerium: Analyse von Resilienz und Risiken Eine potenzielle Rückkehr Merkels in die große Diplomatie ruft angesichts des von der RF geführten Aggressionskrieges gemischte Reaktionen hervor. Trotz gelegentlicher Verurteilung der Taten Moskaus vermeidet die Ex-Kanzlerin scharfe Formulierungen und erkennt ihre eigenen geopolitischen Fehler kategorisch nicht an, einschließlich der Unterstützung für die Erdgaspipeline Nord Stream 2, die die Energieabhängigkeit Europas verstärkte. Für die Ukraine bleibt die Figur Merkel umstritten: Selenskyj kritisierte sie wiederholt für ihre frühere Politik der „Beschwichtigung“ des Aggressors und die Nichtbefolgung des Aufrufs, Butscha nach der Befreiung der Stadt zu besuchen. Der Versuch, eine Person zur Vermittlerin zu ernennen, deren politisches Gepäck untrennbar mit den gescheiterten Minsker Abkommen verbunden ist, könnte als Signal für die Bereitschaft eines Teils der EU-Eliten zu Kompromissen auf Kosten der Sicherheitsinteressen Europas gewertet werden.
Fazit: Die Initiative zur Nominierung Merkels unterstreicht den anhaltenden Mangel an neuen Ideen in der EU für diplomatischen Druck auf den Kreml. Der Einsatz alter Kader, die jahrelang Verbindungen zu Putin aufgebaut haben, birgt das Risiko einer Legitimierung der Forderungen des Aggressors, anstatt die strategische Abschreckung zu stärken.