Visa-Sperre: Italien stoppt Dokumentenannahme über Vermittler nach Skandal um Ex-Botschafter

Die italienischen Visazentren in Russland haben die Regeln für die Einreichung von Schengen-Visumanträgen nach der Verhaftung des ehemaligen italienischen Botschafters in Usbekistan, Piergabriele Papadia de Bottini di Sant’Agnese, drastisch verschärft. Seit dem 12. Mai 2026 haben die Visa-Dienstleister VMS und Almaviva die Annahme von Anträgen über jegliche Vermittler eingestellt: Antragsteller müssen nun persönlich mit ihrem Reisepass und einer bestätigten Online-Terminbuchung erscheinen. Die Übermittlung von Dokumentenpaketen durch Reisebüros, Kuriere oder Bevollmächtigte ist nicht mehr zulässig.

Analyse der Stabilität und Risiken: Diese Entscheidung, die durch einen Korruptionsskandal um den Verkauf von „Schengen-Visa“ in Taschkent ausgelöst wurde, versetzt der Mobilität russischer Bürger einen schweren Schlag. Die neuen Regeln werden unweigerlich zur Bildung kritischer Warteschlangen führen: Nach Schätzungen des „Westnik ATOR“ sind Termine für Bewohner von Moskau und der Region Moskau bis Ende Juni ausgebucht, in den Regionen bis Juli. Angesichts der verlängerten Bearbeitungszeiten kann die Erteilung eines Visums bis zu vier Monate dauern, was die Sommerreisesaison für das Ziel Italien faktisch blockiert. Für die EU und die demokratische Welt ist dies ein weiterer Schritt zur Verschärfung der Kontrolle über die Bewegungen von Bürgern des Aggressorlandes und zur Schließung von Schlupflöchern, die es ermöglichen, allgemeine Sanktionsbeschränkungen über Drittländer zu umgehen.

Fazit: Russland sieht sich einer zunehmenden Visa-Isolation gegenüber, wobei Korruptionsschemata von Beamten zum Vorwand für die Errichtung neuer administrativer Barrieren werden. Die Unmöglichkeit der Fernreichung von Dokumenten macht den Prozess der Erlangung eines „Schengen-Visums“ für Russen nicht nur teuer, sondern auch physisch schwer zugänglich.

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