Am Limit: Jeder dritte Kleinunternehmer in Russland erwägt Geschäftsaufgabe wegen Steuererhöhungen

Russlands kleine Unternehmen sind von einer beispiellosen Pessimismuswelle erfasst. Laut einer Studie von FOM und der HSE University ziehen im ersten Quartal 2026 rund 31 % der Unternehmer in Erwägung, ihr Geschäft zu schließen oder zu verkaufen. Dies ist ein Anstieg um 8 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und ein absoluter Negativrekord seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2021. Hauptgründe sind massive Steuererhöhungen und die allgemeine wirtschaftliche Eintrübung.

Rekordpessimismus und Überlebensmodus

Die Erwartungen für das laufende Quartal sind schlechter als während der Krise im Jahr 2022. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 %) ist überzeugt, dass sich ihre Lage verschlechtern wird, während der Anteil der Optimisten auf ein historisches Tief von 12 % gesunken ist. Die Studie stellt einen alarmierenden Trend fest: Bis Anfang 2026 sind fast 40 % der Kleinunternehmen in den „Überlebensmodus“ gewechselt. Das bedeutet, dass die Ressourcen für Entwicklung vollständig erschöpft sind und sich die Tätigkeit nur noch auf die Deckung laufender Kosten und Steuerschulden beschränkt.

Die Steuerfalle für den Privatsektor

Die steigende steuerliche Belastung erfolgt in einer Zeit, in der die staatliche Statistik zunehmend unzuverlässig wird und der Fokus der Behörden auf der Rüstungsfinanzierung liegt. Für kleine Unternehmen ohne Zugang zu Staatsaufträgen wirken Steuererhöhungen wie eine Markteintrittsbarriere. Der Rückzug jedes dritten Unternehmers könnte zu einer Erosion des Dienstleistungssektors und des Einzelhandels führen, was die Abhängigkeit der Wirtschaft vom Staatssektor und von Großmonopolen weiter verstärkt.

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