Russische Regierung kapituliert: Wirtschaftswachstumsprognose von 1,3 % als unrealistisch eingestuft

Das russische Wirtschaftsministerium bereitet sich darauf vor, seine makroökonomischen Ziele für 2026 offiziell nach unten zu korrigieren. Minister Maxim Reschetnikow bestätigte, dass die Prognose im April gesenkt wird, da die Erwartung eines „schwierigen, aber stabilen“ ersten Halbjahres nicht erfüllt wurde — die Lage ist schlechter als erwartet.

Zahlen gegen den Optimismus:

  • BIP-Rückgang: Im Januar schrumpfte die Wirtschaft im Jahresvergleich um 2,1 % — dies ist der erste Rückgang dieses Indikators seit fast drei Jahren.
  • Industrieller Einbruch: In den ersten zwei Monaten des Jahres sank die Industrieproduktion um 0,8 %.
  • Investitionsstau: Im vergangenen Jahr fielen die Anlageinvestitionen um 2,3 %, was die Basis für zukünftiges Wachstum untergräbt.
  • Konsens-Pessimismus: Die meisten Institutionen (HSE, IWF, Zentralbank) haben sich bereits auf einen Wert unter 1 % geeinigt. Der IWF liefert mit 0,8 % die konservativste Schätzung.

Analytisches Fazit:

Das Geständnis des Wirtschaftsministeriums markiert den Übergang von einer Phase der „Anpassung“ in eine Phase der lang anhaltenden Stagnation (Stagflation).

Ressourcenerschöpfung: Das BIP-Wachstum von 1 % im Vorjahr wurde durch massive Investitionen in den Verteidigungssektor erkauft. Die aktuellen Daten zeigen jedoch, dass der militärisch-industrielle Komplex die gesamte Wirtschaft nicht mehr „mitziehen“ kann. Zivile Sektoren stagnieren unter dem Druck hoher Leitzinsen und dem Mangel an importierten Komponenten.

Nabiullinas Falle: Elvira Nabiullina gab zu, dass die Wirtschaftsaktivität sogar hinter den vorsichtigen Prognosen der Zentralbank zurückbleibt. Das bedeutet, dass die straffe Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung den Realsektor stärker „würgt“ als angenommen. Der Regierung fehlen Hebel für Wachstumsimpulse: Geld drucken ist wegen der Inflation unmöglich, und für Investitionen fehlt das Kapital (Rückgang um 2,3 %).

Versteckte Rezession: Angesichts des Rückgangs von 2,1 % im Januar bräuchte die Wirtschaft einen massiven Sprung im zweiten Halbjahr, um am Jahresende auch nur ein Plus von 0,8 % zu erreichen — dafür gibt es keine Anzeichen. Angriffe auf Raffinerien und Häfen verschärfen die Lage zusätzlich, da sie die Exportkomponente des BIP schwächen. Faktisch tritt Russland in eine Phase des „Minus-Wachstums“ ein, die offiziell wohl als „negative Korrekturraten“ bezeichnet wird.

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