Die resonante Steuerreform und ein drastischer Rückgang der Industrieproduktion haben zu Beginn des Jahres 2026 einen Zangeneffekt für die russische Wirtschaft erzeugt. Während der Staat versucht, den Haushalt für Kriegsausgaben aufzufüllen, sehen sich sowohl der Privatsektor als auch die Industriegiganten mit einem Schockszenario konfrontiert.
Der Kollaps des Kleingewerbes:
- Ausmaß der Unrentabilität: Laut einer Umfrage des Zentrums für Strategische Forschung (ZSR) arbeiten mittlerweile 50 % der Kleinunternehmen ohne Gewinn.
- Fiskalische Pleite: Trotz Steuererhöhungen sanken die Einnahmen aus Sonderregelungen im Jahresvergleich um 16 % auf 537,2 Milliarden Rubel.
- MwSt-Falle: Die Senkung der MwSt-Schwelle auf 20 Millionen Rubel hat die Vorteile des vereinfachten Steuersystems faktisch liquidiert.
Die Krise bei Nornickel:
- Produktionseinbruch: Im ersten Quartal brach der Nickelausstoß um 28 %, Platin um 26 % und Palladium um 14 % ein.
- Logistikblockade: Das 20. EU-Sanktionspaket verbot Operationen mit dem Hafen von Murmansk, dem primären Exporthub des Unternehmens.
- Technologischer Hunger: Analyseberichte der Gazprombank bezeichnen die Ergebnisse als negativ und stellen fest, dass die Nickelproduktion aufgrund des Mangels an westlicher Ausrüstung das dritte Jahr in Folge sinkt.
Fazit: Das russische Wirtschaftsmodell erodiert unter der Last der Mobilisierungsanforderungen. Der Kontrast ist frappierend: Während das Vermögen von Wladimir Potanin bei 29,7 Milliarden Dollar bleibt, degradiert die Industriebasis, die er besitzt, aufgrund der Isolation.