Chinas Staatsraffinerien nehmen Käufe von russischem Öl wegen Krise im Nahen Osten wieder auf

Chinas staatliche Ölkonzerne, die den Kauf von russischem Öl Ende letzten Jahres eingestellt hatten, kehren auf den Markt zurück. Laut Reuters haben die Handelsabteilungen von Sinopec und PetroChina in dieser Woche — zum ersten Mal seit November — Anfragen für russisches Rohöl gestellt und dabei von einer Lockerung der US-Sanktionen profitiert.

Auch Indonesien, Thailand und Pakistan führen ähnliche Gespräche. Hauptgrund für den Strategiewechsel ist ein akuter physischer Angebotsmangel. Die Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa 20% des weltweiten Öl- und Gastransports fließen, hat den Zugang zu Rohstoffen aus dem Nahen Osten drastisch eingeschränkt.

Große Exporteure mussten ihre Förderung drosseln: Saudi-Arabien senkte das Volumen auf 8 Mio. Barrel pro Tag, während die VAE vorübergehend 60% ihrer Kapazitäten einbüßten. Unter diesen Bedingungen bleibt russisches Öl die am besten verfügbare Alternative und behält seinen Preisvorteil gegenüber Lieferungen aus Brasilien und Westafrika.


Analytisches Fazit: Die Rückkehr der chinesischen Staatsriesen zu russischen Verträgen im März 2026 ist eine direkte Folge der Destabilisierung im Nahen Osten, die sich für Moskau als effektiver erwiesen hat als alle Lobbybemühungen. Für die EU ist dies ein Zeichen dafür, dass das globale Energiedefizit ein „Zeitfenster“ schafft, das es dem Kreml ermöglicht, die technologische und finanzielle Isolation zu umgehen.

Dieser Erfolg ist jedoch situativ: China handelt aus Gründen des energetischen Überlebens und nicht aus politischer Solidarität. Russlands Abhängigkeit von der asiatischen Nachfrage verschärft sich unter den Bedingungen der blockierten Straße von Hormus weiter, was Peking die Macht gibt, in Zukunft noch höhere Preisnachlässe zu fordern, sobald die Krise abebbt.

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