Indische Unternehmen haben einen beispiellosen Überfall auf den Spotmarkt gestartet. In weniger als einer Woche kauften sie alle verfügbaren Mengen an russischem Öl auf, die auf Tankern auf Käufer warteten. Laut Bloomberg belief sich das Gesamtvolumen der Käufe auf etwa 30 Mio. Barrel. Dies entspricht der gesamten Importmenge aus der Russischen Föderation für einen ganzen Monat, basierend auf den Durchschnittswerten vom Februar (1,1 Mio. Barrel pro Tag).
Schwimmende Lager steuern endlich die Häfen an
Der rasante Aufkauf wurde möglich, weil Dutzende Schiffe mit russischem Rohöl monatlich in der asiatischen Region drifteten und aufgrund des Sanktionsdrucks als schwimmende Lager fungierten. Sobald die Regierung von Donald Trump eine vorübergehende Genehmigung für Käufe erteilte, kontrahierten indische Raffinerien diese Mengen augenblicklich. Dies erlaubte es Moskau, überfüllte Tanker zügig zu entladen, die zuvor keine Anlaufhäfen finden konnten.
Temporärer Erfolg im strategischen Sackgasse
Für europäische Analysten ist dieser Aktivitätsschub eine klassische Illustration von Markt-Opportunismus. Indien nutzt schamlos das „Trump-Fenster“, um Reserven mit preiswertem Rohöl aufzufüllen, während die Sanktionen kurzzeitig pausieren. Doch dieser Erfolg für die RF bleibt lokal: Sobald die 30-tägige Genehmigung ausläuft und der indische Bankensektor (einschließlich des Riesen SBI) weiterhin Transaktionen blockiert, droht der Export erneut zu unbezahlten „schwimmenden Lagern“ zu werden.