Bilanz einer Ära: Inflation in Russland unter Putin übersteigt 900 %

Die realen Lebenshaltungskosten in der Russischen Föderation haben sich im letzten Vierteljahrhundert bis zur Unkenntlichkeit verändert. Seit dem Machtantritt von Wladimir Putin sind die Verbraucherpreise um das 10,3-fache gestiegen. Nach Berechnungen des Projekts „To Be Precise“ auf Basis von Rosstat-Daten kosteten Waren und Dienstleistungen, die Anfang 2000 noch für 100 Rubel zu haben waren, Ende 2025 bereits rund 1033 Rubel. Die kumulierte Inflation über 26 Jahre betrug schockierende 930 %.

Regionale Pole des Inflationsschocks

Das durchschnittliche jährliche Preiswachstum von 9,4 % verteilte sich extrem ungleichmäßig über das Land. Am geringsten fiel der Schock im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen aus, wo die Preise um das 8,1-fache stiegen. Am anderen Ende der Skala liegt die Region Uljanowsk: Hier schossen die Lebenshaltungskosten um das 13,4-fache in die Höhe — ein Drittel mehr als der Landesdurchschnitt. Ähnlich kritische Situationen wurden in Inguschetien (13,3-fach) sowie in den Regionen Kaluga und Kursk (12,8-fach) verzeichnet.

Der Preis der „Stabilität“ im europäischen Spiegel

Für Europa, wo Preisstabilität das Fundament des Gesellschaftsvertrags ist, wirken diese Zahlen der RF wie eine chronische Entwertung des Bürgerwohlstands. Während die Staatspropaganda den Fokus auf externe Bedrohungen lenkt, werden die internen Ressourcen der Bevölkerung durch beispiellose Preissteigerungen ausgehöhlt. Diese „unsichtbare Beschlagnahmung“ von Einkommen erklärt, warum trotz formal hoher BIP-Zahlen der reale Lebensstandard in den russischen Regionen weiter verfällt und die Wirtschaft des Aggressors zunehmend fragil macht.

Schreibe einen Kommentar