Der kommunale Kollaps bekommt ein finanzielles Gesicht. Im Januar 2026 stiegen die durchschnittlichen Nebenkostentarife in Russland um 15,02 % — der stärkste Anstieg seit September 2010. Daten von Rosstat bestätigen: In keiner Region des Landes stiegen die Preise um weniger als 10 %, was die Januarentgelte zu einem massiven Schock für die Bevölkerung machte.
Spitzenreiter beim Preisanstieg
In einigen Regionen schossen die Rechnungsbeträge um mehr als ein Fünftel nach oben. Negativ-Spitzenreiter waren Mordowien (+23,65 %), die Region Kemerowo (+22,9 %) und die Region Perm (+20,23 %). Warmwasser verteuerte sich um 16 %, Kaltwasser um 15,5 % und Gas legte um fast 15 % zu — ein Höchststand der letzten 12 Jahre.
Verschiebung der Sorgen
Laut FOM-Umfragen nannten im März rekordverdächtige 45 % der Bürger die steigenden Tarife als ihr Hauptproblem — der höchste Wert seit fünf Jahren. Aus europäischer Sicht wirkt diese Dynamik in einem rohstoffexportierenden Land wie eine unverhohlene Ausplünderung der eigenen Bevölkerung zur Stopfung von Haushaltslöchern. Und das ist erst der Anfang: Die Regierung hat bereits eine zweite Welle für Oktober genehmigt, die die Preise um weitere 8–22 % anheben wird. Die Ressourcenbasis des Aggressors schwindet, und die Russen zahlen nun direkt für die Ambitionen des Kremls.