Rosneft, Russlands größter Ölförderer, verzeichnete für das Jahr 2025 einen Rückgang des Nettogewinns um fast das Vierfache. Laut IFRS-Bericht erwirtschaftete das Unternehmen 293 Milliarden Rubel, verglichen mit 1,084 Billionen im Vorjahr. Allein im vierten Quartal brach der Gewinn um das Zehnfache ein.
Die wichtigsten Kennzahlen des Absturzes:
- Nettogewinn: Rückgang von 1,084 Billionen auf 293 Mrd. Rubel (-73 %).
- Umsatz: Sank um 19 % auf 8,236 Billionen Rubel.
- EBITDA: Rückgang um 28 % auf 2,173 Billionen Rubel.
- Freier Cashflow: Halbierte sich auf 700 Milliarden Rubel.
- Urals-Preis: Ende 2025 fiel der Preis für russisches Öl der Sorte Urals unter 40 USD pro Barrel, wodurch etwa 50 % der russischen Ölfelder unrentabel wurden.
Analytisches Fazit:
Der Rosneft-Bericht ist eine Diagnose für das gesamte russische Rohstoffmodell unter den Bedingungen von Isolation und anhaltendem Krieg.
Setschen vs. Zentralbank: Igor Setschens öffentliche Klagen über den „hohen Leitzins“ offenbaren einen tiefen Riss zwischen dem staatlichen Industriesektor und der Finanzaufsicht. Die massive Schuldenlast von Rosneft bei gleichzeitig teuren Krediten „frisst“ faktisch den gesamten Betriebsgewinn auf. Das Unternehmen kann nicht mehr gleichzeitig seine eigenen Ambitionen und die strategischen Aufgaben des Staates finanzieren.
Ende der Supergewinne: Der Gewinneinbruch bedeutet drastisch gekürzte Dividenden und Steuereinnahmen. Dies reißt ein riesiges Loch in den Haushalt 2026, das der Kreml entweder durch die Notenpresse oder weitere Steuererhöhungen füllen muss. Ohne westliche Technologie wird das Projekt „Vostok Oil“ eher zu einer finanziellen Last als zu einem Wachstumsmotor.