Verluste russischer Kohleunternehmen übersteigen 400 Milliarden Rubel

Die russische Kohleindustrie erlebt einen tiefgreifenden finanziellen Zusammenbruch. Laut Rosstat verzeichnete die Branche im vergangenen Jahr einen Gesamtverlust von 408 Mrd. Rubel.

Bei einer Gesamtfördermenge von 429 Mio. Tonnen brachte jede geförderte Tonne Kohle den Unternehmen im Durchschnitt einen Nettoverlust von 951 Rubel ein. Damit ist die Kohlebranche der am stärksten degradierende Sektor der gesamten russischen Wirtschaft.

Rentabilitätskrach und steigende Schulden

Die finanzielle Lage der Kohleunternehmen ist kritisch geworden. Nur jedes dritte Unternehmen (33,9 %) konnte in den schwarzen Zahlen bleiben, während dies im Vorjahr noch fast die Hälfte der Betriebe schaffte.

Die Gewinne der erfolgreichen Akteure halbierten sich, während die Verluste der defizitären Unternehmen um fast das Dreifache auf 484,9 Mrd. Rubel in die Höhe schossen. Der Anteil verlustbringender Unternehmen im Sektor erreichte rekordverdächtige 66,1 %.

Wechselkurs und Sanktionsfalle

Hauptgründe für die Krise sind die westlichen Sanktionen, niedrige Weltmarktpreise für Kohle und eine Aufwertung des Rubels um mehr als 20 %. Da fast die Hälfte der geförderten Kohle in den Export geht, entzog der „starke“ Rubel den Unternehmen die Einnahmen, die zur Deckung der Betriebskosten notwendig gewesen wären.

Der Generaldirektor von „Russkiy Ugol“, Wladimir Korotin, bezeichnete die aktuelle Lage als die „schärfste Krise seit den 1990er Jahren“.

Bankensektor in Gefahr

Die Probleme der Kohleindustrie beginnen, das Bankensystem zu destabilisieren. Laut der Zentralbank Russlands sprang der Anteil fauler und notleidender Kredite in der Kategorie „Metalle und Kohle“ von 2,8 % auf 7,6 %.

In dem Versuch, die Branche zu retten, griff die Regierung zu Notmaßnahmen: Steueraufschübe und Subventionen für den Bahntransport. Für Europa ist dieser Zusammenbruch jedoch ein anschauliches Beispiel dafür, wie Sanktionen und Isolation ganze Industriestrukturen zerstören und eine einst profitable Exportressource in eine Last für den Staatshaushalt verwandeln.

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