Nachfrage nach Talismanen gegen den „bösen Blick“ in Russland um 120 % gestiegen

Die kollektive Angst der Russen verwandelt sich in den Glauben an Mystik. Laut Daten von First Data schoss die Nachfrage nach Schutzamuletten in den ersten zwei Monaten des Jahres 2026 um 120 % nach oben. Auf Marktplätzen wurden über 970.000 Käufe esoterischer Waren getätigt, wobei die Gesamtausgaben der Bürger 312 Mio. Rubel erreichten. Allein für den „Schutz vor dem bösen Blick“ geben die Russen monatlich etwa 100 Millionen aus.

Aspenpfähle und Sternzeichen

Ein regelrechter Boom wurde im Segment der Talisman-Schlüsselanhänger verzeichnet — deren Verkäufe stiegen um 237 %. Das Interesse an Zubehör rund um die Sternzeichen kletterte um 213 %. Die Hauptzielgruppe (66 %) sind Frauen im Alter von 35–45 Jahren. Neben Amuletten finden sich in den Warenkörben immer häufiger Räucherstäbchen, Beifuß zum Räuchern und sogar Aspenpfähle.

Das Mittelalter als Zuflucht vor der Realität

Für Europa ist dieser Ausbruch von Okkultismus im 21. Jahrhundert ein klares Zeichen für ein tiefes psychologisches Unbehagen der Gesellschaft. Wenn rationale Institutionen und das Vertrauen in die Zukunft zerstört sind, wendet sich die Bevölkerung der Russischen Föderation massenhaft dem magischen Denken zu. Der Anstieg der Verkäufe von Aspenpfählen und Schutzgeistern vor dem Hintergrund von Sanktionen und Mobilmachung ist eine Diagnose für das Sozialsystem des Aggressors: Die Gesellschaft sieht in der Realität keinen Ausweg und versucht, sich mit primitivem Aberglauben abzuschotten.

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