Die starke Verlangsamung der Wirtschaft und ihre Aufteilung in einen wachsenden militärischen und einen schrumpfenden zivilen Bereich hat zu einem kritischen Anstieg der Ungleichheit bei der Einkommensverteilung unter den Russen geführt. Nach Angaben von Rosstat lag der Gini-Koeffizient, der die Einkommenskonzentration widerspiegelt, im vergangenen Jahr bei 0,422 — dies ist der höchste Wert seit 2007. Im Jahr 2024 lag er bei 0,41, und das aktuelle Tempo seines Anstiegs war das höchste in der gesamten Geschichte der Beobachtungen seit 1995.
Indikatoren für soziale Degradation:
- Andere Daten bestätigen die Zunahme der Ungleichheit.
- Insbesondere vergrößerte sich im vergangenen Jahr die Einkommenskluft zwischen den Reichsten und den Ärmsten.
- Der diese widerspiegelnde „Dezil-Koeffizient“ (Verhältnis des Einkommens der 10 % der Menschen mit dem höchsten und dem niedrigsten Einkommen) betrug das 15,8-fache im Vergleich zu 15,5 im Jahr 2024, was ein Höchststand seit 2018 ist.
- Teilt man die Russen nach steigendem Einkommen in fünf gleich große Gruppen ein, so steigerten nur die obersten 20 % ihren Anteil am Gesamteinkommen, bei den übrigen sank er.
- Dabei entfielen auf die 10 % der wohlhabendsten Russen 30,8 % der Einkommen nach 30,3 % im Jahr 2024.
Analyse der Stabilität und Risiken: Diese Statistik enthüllt das wahre Gesicht der „Kriegswirtschaft“ Russlands. Während die Ressourcen des Staates im Aggressionskrieg gegen die Ukraine verbrannt werden, profitiert nur eine schmale Schicht von Eliten und Personen, die mit Rüstungsaufträgen verbunden sind. Das System reproduziert faktisch ein Modell der Ständegesellschaft, in dem die Einkommen der Mehrheit der Russen vor dem Hintergrund steigender Inflation und einer Stagnation des zivilen Sektors schrumpfen. Für die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft ist dies ein klares Zeichen für die Anhäufung interner sozialer Spannungen: Das wirtschaftliche Fundament des Regimes wird immer brüchiger, und die Ungleichheit verwandelt sich in eine Zeitbombe unter der Stabilität des Staatsapparats der RF.
Fazit: Die Wirtschaftspolitik des Kremls führt zu einer rasanten Spaltung der Gesellschaft. Die Konzentration von Ressourcen in den Händen weniger bei gleichzeitigem allgemeinem Sinken des Lebensstandards der Mehrheit bestätigt die Ineffizienz des Systems, dessen Priorität der Krieg und nicht das Wohlergehen der Bürger ist.