Die Lage im russischen Sektor der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) verschlechtert sich drastisch: Im März gaben 75 % der Firmen an, keine Gewinne für Investitionen in das eigene Geschäft zu haben. Dies ist ein erheblicher Anstieg gegenüber Februar, als 57 % der Befragten einen Mangel an Mitteln meldeten. Das Monitoring des Zentrums für Strategische Forschung (CSR) verzeichnete zudem einen Einbruch bei der Zahl der Unternehmen, die bereit sind, Gewinne in die Produktionsausweitung zu stecken — ihr Anteil sank von 29 % auf nur noch 8,3 %.
Die wichtigsten Barrieren für das Geschäftswachstum laut den Befragten:
- Geringe Nachfrage: Dies gaben 42 % der Unternehmen an.
- Hohe Kreditkosten: Ein Hindernis für 33 % der Firmen.
- Steigende Kosten: Darüber klagen 14 % der Unternehmer.
Unter diesen Bedingungen ziehen es 17 % der Unternehmen vor, Gewinne auf Bankdepots anzulegen, anstatt zu investieren. Gleichzeitig ist die Hälfte der Betriebe gezwungen, Preiserhöhungen zurückzuhalten, um Marktanteile zu sichern. Laut Rosstat erreichte der Anteil der Eigenmittel an den Investitionen im Jahr 2025 zwar 59 % (Höchststand seit 1997), doch die Bruttoanlageinvestitionen sanken um 2,3 %, und das Wirtschaftsministerium prognostiziert einen weiteren Rückgang um 0,5 %.
Analytisches Fazit: Die März-Daten bestätigen eine tiefe Stagnation im KMU-Sektor. Der scharfe Rückgang der Investitionstätigkeit zeigt, dass die Unternehmen in den „Überlebensmodus“ gewechselt sind. Die Kombination aus teuren Krediten und sinkender Nachfrage entzieht den Firmen die Wachstumsanreize und zwingt sie zu Finanzanlagen (Depots) statt Produktionsinvestitionen. Das russische Modell der Anpassung durch Kleinunternehmen stößt an seine Grenzen: Ohne verfügbares Kapital und kaufkräftige Nachfrage verliert der Sektor an Flexibilität, was zu langfristiger technologischer Rückständigkeit und einer gebremsten wirtschaftlichen Erneuerung führt.