„Risiken verschärfen sich“: Russische Wirtschaft schrumpft den zweiten Monat in Folge

Die russische Wirtschaft hat den Februar mit einem Rückgang abgeschlossen, wie Daten von Rosstat und dem Wirtschaftsministerium belegen. Nach einem Minus von 2,1 % im Januar schrumpfte das BIP im Februar um weitere 1,5 %. Damit hat die Wirtschaft in nur zwei Monaten den gesamten Zuwachs des Vorjahres (1 %) wieder eingebüßt.

Die Krisenindikatoren im Überblick:

  • Industrielle Lähmung: Von 28 Industriezweigen meldeten 22 ein negatives Wachstum.
  • Rezession im Rüstungssektor: Selbst die Produktion von „fertigen Metallerzeugnissen“ (Statistik-Code für Bomben und Munition) sank im Jahresvergleich um 1,9 %, was auf Kapazitätsgrenzen und Ressourcenmangel hindeutet.
  • Konsumflaute: Der Einzelhandel stagnierte nahezu (+0,3 %). Hohe Kreditzinsen und Steuererhöhungen (MwSt. und Verbrauchssteuern) zwingen die Bevölkerung in einen harten Sparkurs.
  • Investitionsstopp: Angesichts eines Gewinneinbruchs von 30 % haben 80 % der Großunternehmen – darunter Giganten wie Lukoil und Severstal – ihre Investitionsprogramme eingefroren.

Analytisches Fazit:

Der Beginn des Jahres 2026 markiert das Ende des „militärischen Keynesianismus“ in Russland. Der Rüstungssektor fungiert nicht mehr als Wachstumsmotor, sondern ist an eine Decke aus Fachkräftemangel, veralteten Anlagen und Sanktionen gestoßen. Mehreinnahmen aus dem Ölgeschäft (ca. 40 Mrd. USD durch den Iran-Konflikt) werden die Rezession kaum lindern, da dieses Geld in einem engen Kreis von Rentenempfängern verbleibt, ohne die Realwirtschaft zu erreichen.

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