Krieg im Iran lässt Russlands Öleinnahmen um 150 Millionen Dollar pro Tag steigen

Der durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelöste Ölpreissprung hat sich als massives Finanz-Doping für den Kreml erwiesen. Nach Berechnungen der Financial Times erhält der russische Haushalt derzeit zwischen 110 und 160 Millionen Dollar an zusätzlichen Einnahmen pro Tag. Allein in den ersten 12 Tagen des Krieges beliefen sich Moskaus nominale Gewinne auf bis zu 1,9 Milliarden Dollar. Sollte der Durchschnittspreis im Bereich von 70 bis 80 Dollar pro Barrel bleiben, könnten die Zusatzeinnahmen im März fast 5 Milliarden Dollar erreichen.

Indien und China beginnen Kampf um russische Barrel

Indien nutzte eine befristete Genehmigung der USA und weitete seine Käufe drastisch aus: In nur fünf Tagen wurden Verträge über 30 Millionen Barrel unterzeichnet – eine Menge, die dem gesamten Importvolumen des Februars entspricht. Analysten von Kpler stellen fest, dass indische Unternehmen angesichts der Knappheit von Rabattforderungen zu Aufschlägen übergegangen sind und eine Prämie von 5 Dollar auf den Brent-Preis bieten. Da die Routen im Nahen Osten blockiert sind, konkurrieren Indien und China faktisch um russisches Rohöl.

Zusammenbruch der Sanktionen für Seedienstleistungen

Der Preis für die Sorte Urals hat 85 Dollar pro Barrel erreicht, den höchsten Stand seit 2022. Robin Brooks von der Brookings Institution konstatiert: Bei solchen Notierungen ist das EU-Verbot für Seedienstleistungen in europäischen Häfen, das im 20. Sanktionspaket verankert ist, faktisch „tot“. Russland wird vorübergehend zum Hauptgewinner des Konflikts und nutzt die hohen Preise nicht nur zur Füllung der Staatskasse, sondern auch, um den Druck auf Washington zur weiteren Lockerung der Sanktionen zu erhöhen.

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