Lukoil meldet erstmals in 30-jähriger Geschichte Verluste

Lukoil, Russlands größter privater Ölkonzern, schloss das Jahr 2025 mit einem Nettoverlust von 1,059 Billionen Rubel ab. Laut dem veröffentlichten IFRS-Abschluss ist dies der erste Jahresverlust in der drei Jahrzehnte währenden Geschichte des Unternehmens von Wagit Alekperow. Zum Vergleich: Selbst in den Krisenjahren der 1990er Jahre, als der Preis für russisches Öl unter 10 USD pro Barrel fiel, blieb das Unternehmen profitabel. Im Pandemiejahr 2020 verdiente Lukoil 15,2 Mrd. Rubel, und 2015 belief sich der Nettogewinn trotz der ersten Sanktionswelle auf 291,1 Mrd. Rubel.

Hauptgrund für den finanziellen Zusammenbruch war eine massive Abschreibung ausländischer Vermögenswerte in Höhe von 1,66 Billionen Rubel. Es handelt sich um Ölfelder, Raffinerien und Tankstellennetze in 11 Ländern weltweit. Nachdem das Unternehmen unter blockierende US-Sanktionen gefallen war, wurde die Tätigkeit seiner ausländischen Tochtergesellschaften gelähmt, und Versuche, Vermögenswerte mit einem Buchwert von 22 Mrd. USD zu verkaufen, werden vom US-Finanzministerium blockiert.

Kennzahlen für das vergangene Jahr:

  • Umsatz: sank um 15% auf 3,77 Billionen Rubel.
  • EBITDA: fiel um 36% auf 892 Milliarden Rubel.
  • Operatives Ergebnis: halbierte sich auf 527 Milliarden Rubel.

Analytisches Fazit: Der Einbruch der Finanzkennzahlen von Lukoil markiert eine Zäsur für die russische Wirtschaft. Erstmals seit 30 Jahren hat die „Geldmaschine“, die den Staatsbankrott von 1998 und alle globalen Krisen überstanden hat, offiziell den Verlust ihres internationalen Imperiums eingestanden. Die Abschreibung von 1,66 Bio. Rubel ist das faktische Eingeständnis, dass das Auslandsnetz des Unternehmens ihm funktionell nicht mehr gehört. Für die EU ist dies ein Signal, dass die Sanktionsstrategie ihr Ziel erreicht hat: Die russische Ölindustrie verliert die Fähigkeit, auf dem globalen Markt zu agieren. Die Unfähigkeit, blockierte Vermögenswerte zu verkaufen, macht diese zu „totem Kapital“, was den russischen Haushalt massiver Dividendeneinnahmen beraubt und die Nachhaltigkeit des gesamten privaten Ölfördermodells im Land in Frage stellt.

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