Russisches Öl in Indien teurer als 120 USD: Rekordpreise durch Iran-Konflikt

Der Preis für russisches Urals-Öl in indischen Häfen hat Ende letzter Woche mit 121,65 USD pro Barrel einen historischen Höchststand erreicht. Laut Bloomberg und Argus wird russisches Rohöl erstmals seit vier Jahren mit einem Aufschlag (Prämie) statt eines Abschlags gegenüber der Referenzsorte Brent gehandelt.

Wichtige Kennzahlen und Dynamik:

  • Marktprämie: Urals ist derzeit 3,90 USD teurer als Brent. Zum Vergleich: Anfang 2026 lag der sanktionsbedingte Abschlag noch bei bis zu 12 USD.
  • Preiskluft: In russischen Häfen (ohne Frachtkosten) liegt der Preis bei 89,58 USD. Das sind 30 USD mehr als im russischen Haushalt für 2026 veranschlagt.
  • Rekordeinnahmen: Die wöchentlichen Exporterlöse russischer Ölkonzerne sprangen auf 2,458 Mrd. USD – ein Anstieg von 120 % im Vergleich zur Zeit vor Beginn der Kämpfe im Iran.
  • Der US-Faktor: Dieser Einnahmeschub wurde durch die vorübergehende Aussetzung der US-Sanktionen für russisches Seeöl ermöglicht, um die globalen Energiepreise zu stabilisieren.

Fazit: Die Marktsituation im März 2026 zeigt einen paradoxen Effekt: Der Krieg im Iran hat russisches Öl von einem „toxischen Aktivposten“ in eine knappe Ressource verwandelt, für die Käufer bereit sind, mehr zu bezahlen. Die Lockerung der Restriktionen durch Washington hat den „Price Cap“-Mechanismus faktisch ausgehebelt. Für Russland bedeutet dies einen massiven Devisenzufluss, der es ermöglicht, Haushaltslöcher zu stopfen und strategische Projekte (wie das Satellitennetzwerk „Rasswet“) aggressiv voranzutreiben. Diese Stabilität ist jedoch extrem fragil und hängt vollständig von der Dauer des Nahost-Konflikts und dem politischen Kalkül der USA ab.

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