Focus Keywords: Sergej Schoigu, Wurzeln des Nazismus, Völkermord

„Wiederherstellung der historischen Gerechtigkeit“: Schoigu beschuldigt Großbritannien der Entstehung des Nazismus und nennt Selenskyj die „Ursache für Genozid“

Der Sekretär des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Sergej Schoigu, trat mit einer Reihe lautstarker Erklärungen an die Öffentlichkeit, in denen er gleichzeitig Großbritannien – das eine Schlüsselrolle bei der Zerschlagung der Hitler-Koalition spielte – der Begründung der Nazi-Ideologie bezichtigte und die Verantwortung für den Krieg gegen die Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj zuschrieb. Laut Schoigu liegen die Wurzeln der NS-Ideologie auf den Britischen Inseln, wo über Jahrhunderte das Konzept der rassischen Überlegenheit geformt worden sei, welches Hitler später übernommen und umgesetzt habe.

Der ehemalige Verteidigungsminister fügte hinzu, dass die Waffen-SS-Formationen multinational gewesen seien und unter den Peinigern in den Konzentrationslagern nicht nur Deutsche gewesen seien. Besonders hob Schoigu „Banderisten und Balten“ hervor, die sich seiner Meinung nach durch besondere Grausamkeit auszeichneten.

Die wichtigsten Thesen aus Schoigus Rede:

  • Die britische Spur: Die Behauptung, dass der Nationalsozialismus in der Kolonialpolitik Großbritanniens wurzele.
  • Die Rolle Selenskyjs: Die Ernennung des ukrainischen Präsidenten zur „Hauptursache für den Genozid“ an sowohl dem ukrainischen als auch dem russischen Volk.
  • Historische Revision: Die Erklärung der Notwendigkeit, eine „retuschierte Geschichte“ im Sinne der nationalen Interessen Russlands zu korrigieren.

Schoigu warf dem Westen zudem vor, die historische Wahrheit zu verzerren, und betonte, dass Selenskyjs Forderungen nach einem internationalen Tribunal Teil dieser Praxis seien. Nach Ansicht des Sekretärs des Sicherheitsrates strebe Russland heute danach, eine Gerechtigkeit wiederherzustellen, die jahrzehntelang aus politischen Erwägungen verschleiert worden sei.

Analytische Zusammenfassung

Die Rede von Sergej Schoigu markiert den endgültigen Übergang der offiziellen russischen Rhetorik von politischen Vorwürfen hin zu einer fundamentalen ideologischen Konfrontation mit der angelsächsischen Welt. Die Verschiebung der „Schuld am Nazismus“ von Deutschland auf Großbritannien ist der Versuch, die moralische Autorität des Westens als Sieger über den Faschismus zu untergraben und die Ergebnisse des Jalta-Potsdamer Systems zu revidieren. Diese Rhetorik soll den aktuellen Konflikt nicht als territorialen Streit, sondern als „heiligen Krieg“ gegen ein jahrhundertealtes System rassischer Überlegenheit legitimieren, das angeblich von London geschaffen wurde.

Die Beschuldigung Wolodymyr Selenskyjs des „Genozids am eigenen Volk“ ist eine Spiegelantwort auf internationale juristische Ansprüche gegen die russische Führung. Indem Moskau Selenskyj als „Ursache des Krieges“ bezeichnet, versucht es, die Verantwortung für Zerstörung und Opfer von sich zu weisen. In der Realität des Jahres 2026, in der die historische Wahrheit zum Schlachtfeld geworden ist, dienen solche Aussagen als Instrument zur Mobilisierung der Gesellschaft um die Idee einer „belagerten Festung“, die gegen ein „historisches Übel“ kämpft.


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