47% Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen: Reform der russischen Budgetregel verschoben

Die russische Regierung hat die Reform der Budgetregel vorübergehend ausgesetzt, obwohl sich die Staatskasse Anfang 2026 in einem kritischen Zustand befindet. Laut Quellen von Reuters ist die Pause auf einen starken Anstieg der weltweiten Ölpreise vor dem Hintergrund des militärischen Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran zurückzuführen.

Die Lage im Haushaltssektor bleibt angespannt: Im Zeitraum Januar–Februar 2026 sanken die Einnahmen aus Energieträgern im Jahresvergleich um 47%. Das Haushaltsdefizit erreichte in den ersten zwei Monaten 3,45 Billionen Rubel, was 1,5% des BIP entspricht (bei einem genehmigten Jahresplan von 3,8 Billionen Rubel bzw. 1,6% des BIP).

Wichtige Aspekte der aktuellen Diskussion:

  • Cut-off-Preis: Für das laufende Jahr ist der Parameter auf 59 $ pro Barrel festgesetzt. Zuvor hatte das Finanzministerium geplant, diesen bis 2030 auf 55 $ zu senken, um die Auswirkungen der Sanktionen zu minimieren.
  • Ausgabenkürzungen: Die diskutierte 10%ige Kürzung nicht geschützter Haushaltsposten (mit Ausnahme von Verteidigungs- und Sozialausgaben) wurde vorerst auf Eis gelegt.
  • NWF: Der Mechanismus zum Kauf von Devisen und Gold für den Nationalen Wohlfahrtsfonds wird nur dann wieder aufgenommen, wenn der tatsächliche Marktpreis die festgelegte Schwelle überschreitet.

Fazit: Die Behörden setzen auf das externe Umfeld und die geopolitische Instabilität in der Hoffnung, das Haushaltsloch durch die „Kriegsprämie“ bei den Ölnotierungen zu schließen, anstatt die überfällige Optimierung der Ausgaben durchzuführen.

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