Trotz der Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl und des Preisanstiegs für heimische Sorten auf 70-80$ pro Barrel beschleunigte der Rubel seinen Verfall gegenüber den wichtigsten Weltwährungen. Am Freitag stieg der Yuan-Kurs an der Moskauer Börse auf 11,69 Rubel (Höchststand seit September), der Dollar verteuerte sich im außerbörslichen Handel auf 80,66 Rubel und der Euro auf 92,47 Rubel.
Seit Anfang März hat der Rubel fast 5% gegenüber dem Yuan und etwa 4% gegenüber dem Dollar verloren und schloss damit zum vierten Mal in Folge die Woche im Minus ab. Hauptgrund für die Schwächung ist der Verzicht auf Devisenverkäufe aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds (NWF) zur Deckung des Haushaltsdefizits.
Aussetzung der Währungsinterventionen und Zustand des NWF
Das Finanzministerium hat seit dem 6. März die Devisenverkäufe ausgesetzt, die in den letzten Monaten Rekordwerte von rund 2 Mrd.$ pro Monat erreicht hatten. Nach Einschätzung der VTB könnte diese Entscheidung den Rubel um weitere 10% gegenüber dem Yuan schwächen.
Diese Maßnahme soll die verbleibenden Mittel des NWF schonen, dessen liquide Mittel seit Beginn des militärischen Konflikts um das 2,5-fache geschrumpft sind, während die Devisenreserven auf den niedrigsten Stand seit 2008 gefallen sind.
Analytisches Fazit: Die Aussetzung der Interventionen zur Rettung der NWF-Reserven entzieht dem Rubel die Unterstützung und macht ihn zum Geisel des Haushaltsdefizits. Dies wird im Jahr 2026 unweigerlich eine Inflationsspirale und weitere Abwertungen auslösen, unabhängig vom Ölpreisniveau.