Direktor des Tscherepowez-Guss- und Maschinenbaubetriebs erklärt, dass die Wirtschaftsabkühlung das Importsubstitutionsprogramm in Russland „begraben“ hat

Die Verlangsamung der russischen Wirtschaft hat zum faktischen Scheitern der Importsubstitutionsstrategie geführt, erklärte Wladimir Boglaew, Direktor des Tscherepowez-Guss- und Maschinenbaubetriebs (TschLMZ). Seiner Meinung nach hat die aktuelle Regierungspolitik einen drastischen Nachfragerückgang und einen Wachstumsstopp in fast allen Industriezweigen provoziert. „Das Hauptproblem besteht darin, dass die ‚Abkühlung der Wirtschaft‘ eindeutig in den Modus der ‚Unterkühlung‘ übergegangen ist. Die Aufgaben, die uns vor einigen Jahren deklariert wurden – nämlich Zentren für Importsubstitution und Entwicklung – sind nicht nur gescheitert, man kann sagen, sie sind begraben. Alle, die in die Importsubstitution investiert haben, stehen heute vor den Trümmern ihrer Existenz“, betonte Boglaew. Nach Ansicht des Unternehmensleiters handelt es sich um eine „fundamentale Krise“, deren Überwindung lange dauern wird. Die aktuelle Situation mache Investitionen in die Produktion sinnlos: Anstatt die Produktion zu erweitern und Personal einzustellen, sind die Betriebe gezwungen: Boglaew fügte hinzu, dass technologische Souveränität ohne eine Erhöhung der Anzahl der technologischen Operationen auf russischem Territorium unmöglich sei. Wenn jedoch das Bruttoinlandsprodukt sinkt, „bedeutet das, dass wir auf dem Weg zu dieser Unabhängigkeit unsere Lage nur verschlechtern“, so Boglaew weiter. Analytische Zusammenfassung: Die Erklärung von Wladimir Boglaew ist ein Manifest des „roten Direktors“, das die tiefe Enttäuschung des industriellen Sektors über die Wirtschaftspolitik der Jahre 2024–2026 widerspiegelt. Der vom Leiter des TschLMZ verwendete Begriff „Unterkühlung“ weist direkt auf die straffe Geldpolitik und die Budgeteinsparungen hin, die nach Ansicht der Produzenten den Unternehmen die Betriebsmittel und Wachstumsanreize entzogen haben. Diejenigen, die den staatlichen Parolen zur Importsubstitution vertraut und Kreditgelder in Maschinen und Technologien investiert haben, sitzen nun in der Falle hoher Schuldendienstkosten bei sinkender Nachfrage. Das von Boglaew beschriebene Problem ist systemischer Natur. Importsubstitution erfordert langfristige Planung und günstiges Kapital, während die russische Wirtschaft im Jahr 2026 im Modus der Brandbekämpfung aktueller Defizite lebt. Wenn Betriebe auf Kurzarbeit umstellen, statt zu expandieren, bedeutet dies den Beginn eines Deindustrialisierungsprozesses. Technologische Ketten, die westliche und östliche Komponenten ersetzen sollten, reißen aufgrund der geringen Inlandsnachfrage ab – die Betriebe finden schlicht keine Abnehmer für ihre aufgrund kleiner Serien teureren Produkte. Das Hauptrisiko der Situation liegt im Verlust des „Anlegervertrauens“ im eigenen Land. Wenn der Staat keine Mechanismen zur Unterstützung der Nachfrage nach einheimischen Produkten anbietet, wird das Schlagwort der „technologischen Souveränität“ eine leere Deklaration bleiben. Das Scheitern der Erwartungen derer, die in die Importsubstitution investiert haben, könnte dazu führen, dass im nächsten Wachstumszyklus niemand mehr bereit sein wird, Produktionen in Russland aufzubauen, wodurch die Wirtschaft endgültig als Konsument ausländischer (vorwiegend asiatischer) Fertiglösungen zementiert wird.

„Dauerhafte Verschlechterung der Außenbedingungen“: Zentralbankchefin nennt Krieg als Grund für hohen Leitzins

Die Vorsitzende der russischen Zentralbank, Elwira Nabiullina, antwortete ihren Kritikern, die ihr vorwerfen, der extrem hohe Leitzins würde die Wirtschaft ersticken. „Frühere Episoden hoher Zinsen waren mit einer vorübergehenden Verschlechterung der Außenbedingungen verbunden. Sobald sich die Lage normalisierte, konnten wir den Zins recht schnell senken. Jetzt findet die Verschlechterung der Außenbedingungen jedoch fast dauerhaft statt – sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen“, erklärte sie. Kernaussagen der Erklärung: Der hohe Leitzins ist somit kein kurzfristiges „Heilmittel“ mehr, sondern eine notwendige Dauermaßnahme für eine Wirtschaft unter Blockadebedingungen. Analytische Zusammenfassung: Nabiullinas Aussage über den „dauerhaften Charakter“ der verschlechterten Bedingungen ist ein bemerkenswert ehrliches Eingeständnis, dass die Kriegswirtschaft in einer Sackgasse steckt. Die Zentralbank glaubt nicht mehr an eine baldige „Normalisierung“. Der hohe Leitzins im Jahr 2026 ist das einzige Instrument, das eine galoppierende Abwertung des Rubels und eine durch Warenmangel verursachte Hyperinflation verhindert. Für die Unternehmen ist dies ein klares Signal: Günstige Kredite gehören der Vergangenheit an. Während Firmen früher Hochzinsphasen „aussitzen“ konnten, müssen sie nun jahrelang mit extrem teurem Kapital überleben. Dies wird unweigerlich zu einer Marktkonzentration rund um Staatsaufträge und zum Bankrott derjenigen führen, die sich nicht an die neue Realität anpassen können. Im Grunde bestätigt Nabiullina, dass der Preis für „geopolitische Entscheidungen“ eine langfristige Stagnation und technologische Degradierung ist.

Rekordwert bei Kurzarbeit in Russland seit der Pandemie 2020

Gegen Ende des Jahres 2025 ist die Zahl der Beschäftigten in Russland, die auf Teilzeit umgestellt, in verkürzte Arbeitspläne versetzt oder in den Stillstand geschickt wurden, sprunghaft angestiegen. Im vierten Quartal belief sich diese Zahl auf 1,6 Millionen Menschen. Laut dem Bericht „Regionale Wirtschaft“ der russischen Zentralbank ist dies der höchste Stand seit dem zweiten Quartal 2020, als das Land unter strengen Pandemie-Beschränkungen stand. Insgesamt stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten und der im Stillstand befindlichen Arbeiter im Jahr 2025 um 14,3 % (rund 198.000 Personen). Besonders betroffene Branchen: Die Zentralbank erklärt diesen Trend mit der sinkenden Nachfrage nach Produkten und dem Bestreben der Unternehmen, Massenentlassungen trotz der wirtschaftlichen Verlangsamung und der hohen Zinssätze zu vermeiden. Analytische Zusammenfassung: Die Rekordzahl der Unterbeschäftigung ist ein Symptom für eine „versteckte Krise“. Im Gegensatz zu 2020, als der Stillstand durch Quarantänemaßnahmen verursacht wurde, ist die aktuelle Situation auf einen systemischen Nachfragerückgang und hohe Kapitalkosten zurückzuführen. Dass Industriegiganten wie Alrosa und KAMAZ auf dieser Liste stehen, deutet auf tiefgreifende Probleme in exportorientierten und technologisch anspruchsvollen Sektoren hin. Die Unternehmen stecken in einer Falle: Entlassungen sind aufgrund des massiven künftigen Fachkräftemangels riskant, aber für volle Gehälter fehlt angesichts stagnierender Produktion das Geld. Dieser „Wartemodus“ ist nicht ewig haltbar. Wenn in den kommenden Quartalen keine Belebung der Geschäftstätigkeit eintritt, wird aus der versteckten Arbeitslosigkeit zwangsläufig eine offene. Für die Gesamtwirtschaft bedeutet dies eine weitere Schrumpfung der Konsumnachfrage, was sich bereits in den leerer werdenden Einkaufszentren widerspiegelt.

Größter russischer Elektronikhersteller macht Verluste wegen Auftragseinbruch

Die Element-Gruppe, das Flaggschiff der russischen Mikroelektronik, schloss das vergangene Jahr mit einer massiven Verschlechterung der Finanzergebnisse ab – einem Nettoverlust von 2 Mrd. Rubel gegenüber einem Gewinn von 8,3 Mrd. Rubel im Vorjahr. Der Umsatz sank um 12 % auf 38,6 Mrd. Rubel. Ein massiver Umsatzrückgang wurde im Kernsegment des Unternehmens verzeichnet – der Elektronikproduktion –, wo der Wert vor dem Hintergrund der sinkenden Nachfrage seitens der Industrieunternehmen um 29 % einbrach. Vor diesem Hintergrund wurden die Boni des Top-Managements um das Vierfache gekürzt. Faktoren für den Rückgang: Analytische Zusammenfassung: Der Wechsel der Element-Gruppe von Milliardengewinnen in die Verlustzone ist eine Diagnose des aktuellen Zustands der russischen „technologischen Souveränität“. Ein Umsatzrückgang von 29 % im Kernsegment bedeutet, dass der Industriesektor aufgehört hat, moderne Komponenten für die Entwicklung zu kaufen, und sich stattdessen nur noch auf den Erhalt bestehender Kapazitäten konzentriert. Dies ist eine direkte Folge des „Investitionsstopps“, den wir in den Umfragen der Zentralbank gesehen haben: Unternehmen sind nicht bereit, angesichts der aktuellen Kapitalkosten in langfristige Hightech-Projekte zu investieren. Die Situation ist auch deshalb kritisch, weil die Element-Gruppe ein Hauptprofiteur der Importsubstitutionspolitik ist. Wenn selbst bei einem solchen Akteur die Aufträge einbrechen, bedeutet dies, dass der Markt für zivile und industrielle Elektronik in Russland schrumpft. Die Kürzung der Managerboni ist eher eine symbolische Geste, um Aktionäre und den Staat zu beruhigen, löst aber nicht das Hauptproblem: Ohne eine systemische Nachfrage aus einer stabil arbeitenden Industrie riskieren die Mikroelektronikhersteller eine lang anhaltende Depression, was zu einem neuen Zyklus technologischen Rückstands führen wird.

Russische Investitionstätigkeit bricht auf Tiefstand seit der Pandemie ein

Die russischen Unternehmen frieren ihre Investitionen ein, wie aus einer Umfrage der Zentralbank unter 11.500 Unternehmen hervorgeht. Der Bewertungssaldo der Unternehmen zur Veränderung ihrer Investitionstätigkeit im Quartalsvergleich sank auf -4,8 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit dem zweiten Quartal 2020, als die COVID-Lockdowns in Kraft waren. Laut Zentralbankdaten rutschte der Wert zuletzt im ersten Quartal 2022 ins Minus. Kernpunkte des Zentralbank-Monitorings: Die Unternehmen kürzen nicht nur ihre Budgets, sondern bereiten sich faktisch auf eine Stagnation vor, da sie unter den aktuellen makroökonomischen Bedingungen keine Voraussetzungen für die Rentabilität neuer Investitionen sehen. Analytische Zusammenfassung: Der Einbruch der Investitionstätigkeit auf Pandemie-Niveau ist ein besorgniserregendes Signal, das auf die Erschöpfung der Ressourcen für das „adaptive Wachstum“ der letzten Jahre hindeutet. Die Haupthindernisse für die Wirtschaft bleiben der extrem hohe Leitzins, der Kredite für die Entwicklung praktisch unzugänglich macht, sowie die allgemeine Unsicherheit, die eine Projektplanung über mehr als einige Monate hinaus verhindert. Die Tatsache, dass die Wirtschaft ihren traditionellen Optimismus für die Zukunft verloren hat, bedeutet den Übergang zu einer Überlebensstrategie. Eine Investitionspause wird langfristig unweigerlich zu technologischer Degradierung und Kapazitätsengpässen führen. Während die Wirtschaft zuvor auf Staatsaufträgen und der Importsubstitution der „ersten Welle“ basierte, zeigt der Privatsektor nun eine Unwilligkeit, eigene Mittel zu riskieren. Dies birgt das Risiko einer „Investitionsfalle“, aus der selbst bei einer späteren Lockerung der Zentralbankpolitik nur schwer zu entkommen sein wird, da das Vertrauen der Unternehmer in stabile Marktbedingungen nachhaltig erschüttert ist.

Rückschlag für die Luftfahrt: Produktion russischer Flugzeuge bis 2035 verschoben

Das ambitionierte Programm zur Wiederbelebung der zivilen Luftfahrt, von dem sich der Kreml hunderte einheimische Jets als Ersatz für westliche Maschinen erhoffte, wurde erneut drastisch zusammengestrichen. Der aktualisierte Plan der United Aircraft Corporation (UAC/OAK) sieht nun die Produktion von rund 570 Flugzeugen bis zum Jahr 2035 vor. Dies entspricht einer Verzögerung von fünf Jahren gegenüber dem ursprünglichen Ziel für 2030 und einer Halbierung der geplanten Stückzahlen. Der Realitätscheck: Die erste Charge (70 Maschinen): Analytisches Fazit: Die Verschiebung der Produktionspläne nach „rechts“ ist zu einer chronischen Krankheit der russischen Luftfahrtindustrie geworden. Die neue Frist bis 2035 ist das faktische Eingeständnis, dass eine Serienfertigung moderner Verkehrsflugzeuge unter den Bedingungen totaler Sanktionen und ohne eigene Komponentenbasis unmöglich ist. Technologische Sackgasse: Das Hauptproblem bleibt die fehlende Serienreife vollständig russischer Triebwerke (das PD-14 für die MS-21 und das PD-8 für den Superjet) sowie der Bordelektronik. Trotz vier Jahren „Importsubstitution“ ist der Übergang vom Bau einzelner Prototypen zur Fließbandfertigung nicht gelungen. Flotten-Degradation: Während die OAK Pläne für die Mitte des nächsten Jahrzehnts entwirft, verfällt die bestehende Flotte aus westlichen Flugzeugen (Boeing und Airbus) zusehends. Bis 2035 werden die meisten dieser Maschinen aufgrund technischer Erschöpfung stillgelegt sein. 570 neue Flugzeuge werden physisch nicht ausreichen, um den Transportbedarf des Landes zu decken, was zu einem massiven Kapazitätsmangel und der Streichung regionaler Routen führen wird.

„Sie verlangsamt sich nicht nur, sie fällt bereits“: Sberbank warnt vor Rezession und einer Welle von Kreditausfällen

Die russische Wirtschaft ist in den ersten Monaten des Jahres 2026 offiziell in eine Schrumpfungsphase übergegangen. Michail Matownikow, leitender Geschäftsführer der Sberbank, zeichnete auf dem ACRA-Risikoforum ein düsteres Bild: Unternehmen kämpfen mit einbrechenden Umsätzen, während die Last der Kreditschulden untragbar wird. Indikatoren des wirtschaftlichen Absturzes (Anfang 2026): Analytisches Fazit: Die Warnung der größten Bank des Landes ist ein Alarmsignal dafür, dass die Anpassungsfähigkeit der russischen Wirtschaft an Sanktionen und hohe Zinsen erschöpft ist. Bestätigte Rezession: Der negative Start in das Jahr 2026 markiert den Eintritt in eine Rezessionsphase. Die „Abkühlungspolitik“ der Zentralbank, die eigentlich die Inflation bekämpfen sollte, hat das industrielle Wachstum faktisch „erstickt“. Ohne externe Nachfrage nach russischen Exporten fehlt vielen Branchen der Weg zurück in die Gewinnzone. Staatskonzerne in Not: Besonders brisant ist Matownikows Aussage, dass selbst Staatsunternehmen nicht mehr immun sind. Eine „unvermeidliche“ Umschuldung von Staatskonzernen deutet darauf hin, dass die Kapazitäten des Staates, seine Giganten mit Subventionen zu retten, an ihre Grenzen stoßen. Bankenkrise am Horizont: Mit 10,6 Billionen Rubel an faulen Krediten steht die Stabilität des gesamten Finanzsystems auf dem Spiel. Die Banken können diese Verluste nicht mehr durch Buchungstricks kaschieren und werden bald gezwungen sein, massive Abschreibungen vorzunehmen.

Russische Fast-Food-Ketten erleiden Gewinneinbruch durch massiven Sparkurs der Bevölkerung

Der Übergang der russischen Verbraucher in den „Sparmodus“ hat die Gewinne der größten Fast-Food-Ketten des Landes hart getroffen. Laut Finanzberichten für das Jahr 2025 verzeichnen die Branchenführer — Rostic’s, Wkusno i Totschka und Burger King — nach den Rekordjahren der unmittelbaren Post-Abzug-Ära nun eine deutlich negative Dynamik. Der Einbruch beim Nettogewinn: Analytisches Fazit: Die Lage im Fast-Food-Sektor ist ein Warnsignal für die gesamte russische Wirtschaft. Wenn selbst das günstigste Segment der Gastronomie Gewinne einbüßt, deutet dies auf tiefe strukturelle Brüche in der Kaufkraft hin. Kosten-Zange: Das Geschäft wird von zwei Seiten in die Zange genommen. Einerseits treibt die Binneninflation die Kosten für Zutaten (Geflügel, Gemüse, Saucen) und Logistik massiv in die Höhe. Andererseits hat der chronische Personalmangel die Ketten dazu gezwungen, die Löhne für das Servicepersonal drastisch anzuheben, um Mitarbeiter nicht an Lieferdienste oder die Rüstungsindustrie zu verlieren. Krise des „Durchschnitts-Bons“: Daten des „SberIndex“ bestätigen, dass Fast Food für viele Russen kein „erschwingliches Vergnügen“ mehr ist. Das Ausgabenwachstum in der Gastronomie sank Ende 2025 auf nur noch 5,2 % — real (inflationsbereinigt) bedeutet dies ein Schrumpfen des Marktes. Die Kunden wandern entweder in noch billigere Segmente ab (Nischemärkte und Kochen zu Hause) oder reduzieren die Häufigkeit ihrer Besuche radikal. Prognose: Für 2026 ist mit einer weiteren „Degradierung“ der Speisekarten zu rechnen — teure Zutaten werden durch billigere Substitute ersetzt. Sollte der Sparkurs anhalten, könnten die Giganten beginnen, unrentable Filialen in wirtschaftlich schwachen Regionen zu schließen und sich rein auf die Metropolen zu konzentrieren, in denen noch Rest-Kaufkraft vorhanden ist.

Wirtschaft des Misstrauens: Zahlungsverzug in Russland erreicht Niveau der Krise von 2008

Aktuelle Daten von Rosstat bestätigen einen gefährlichen Trend: Hohe Leitzinsen und ein stagnierendes BIP haben eine massive Zahlungskrise zwischen russischen Unternehmen ausgelöst. Die überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen innerhalb eines Jahres um 25 % auf 7,7 Billionen Rubel. Die Krise in Zahlen: Analytisches Fazit (Rubrik: Wirtschaft / Makrostatistik): Der Anstieg der Zahlungsausfälle im April 2026 ist eine direkte Folge der Hochzinspolitik und der Erschöpfung der finanziellen Reserven des Realsektors. Die Schuldenspirale: Die prohibitiven Zinsen haben Betriebsmittelkredite für viele Firmen unerschwinglich gemacht. Unternehmen sind gezwungen, sich gegenseitig „Kredite“ zu gewähren, indem sie Zahlungen einfach hinauszögern. Dies löst eine Kettenreaktion aus: Wenn ein Glied der Kette nicht zahlt, kann auch der Lieferant seine eigenen Gläubiger nicht bedienen. Ende der Vertrauenskultur: Die von der Zentralbank festgestellte Rückkehr zur Vorkasse ist ein Zeichen für den Verfall der Marktbeziehungen. In einer stabilen Wirtschaft ist das Zahlungsziel die Norm. Vorkasse reduziert die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes drastisch und würgt das Wirtschaftswachstum weiter ab. Investitionsparalyse: Wenn die realen Gewinne um 13 % sinken und die Außenstände in den Bilanzen „verfaulen“, fehlen dem Business die Mittel für Entwicklung. Russische Betriebe befinden sich im Überlebensmodus. Ohne Trendwende droht eine Insolvenzwelle, die das Ausmaß von 2009 erreichen könnte – jedoch unter weitaus härteren Bedingungen internationaler Isolation.

Baumärkte in der Krise: Massenhafte Schließungen im russischen Einzelhandel

Der russische DIY-Markt (Do It Yourself) erlebt einen drastischen Rückgang. Ein einbrechender Wohnungsmarkt, hohe Inflation und stagnierende Realeinkommen zwingen die großen Ketten zu radikalen Optimierungen und der Schließung Dutzender Standorte. Zahlen und Fakten zur Krise: Analytisches Fazit: Die Situation im Baumarkt-Einzelhandel im Jahr 2026 ist eine klassische Manifestation des „Domino-Effekts“, der durch die Krise im Bausektor ausgelöst wurde. Lähmung des Hypothekenmotors: Der wichtigste Treiber für den Verkauf von Baumaterialien – der Kauf und Ausbau neuer Wohnungen – ist praktisch zum Erliegen gekommen. Aufgrund von prohibitiv hohen Hypothekenzinsen und dem Auslaufen von Förderprogrammen brach die Nachfrage nach Neubauten ein, was den Renovierungsmarkt unmittelbar traf. Professionelle Kunden und Bauträger (B2B-Segment) reduzieren ihre Beschaffungen drastisch. Kosteninflation und „Aufschub der Renovierung“: Steigende Preise für Baumaterialien (bedingt durch Logistikprobleme, Importkosten und Fachkräftemangel) haben Renovierungen für viele Russen zu einem unerschwinglichen Luxus gemacht. Die Bevölkerung ist in einen Sparmodus gewechselt und bevorzugt kleine Schönheitsreparaturen gegenüber großen Modernisierungen. Dies erklärt, warum selbst bei Discountern die Umsätze sinken. Einzelhandel im Überlebenskampf: Die Schließung von fast 100 Filialen einer Kette innerhalb eines Jahres ist mehr als nur eine „Optimierung“ – es ist ein Kampf ums Überleben. Händler trennen sich von unrentablen Standorten in Regionen, in denen die Kaufkraft am stärksten eingebrochen ist. Sollte die Stagnation im Wohnungsbau anhalten, ist eine Welle von Insolvenzen bei mittelgroßen Akteuren und eine weitere Marktkonzentration unausweichlich.