Russische Öl- und Gaseinnahmen steigen im April voraussichtlich um 38 %

Die Einnahmen des russischen Bundeshaushalts aus Öl und Gas – die etwa ein Fünftel der gesamten Staatskasse ausmachen – werden im April 2026 im Vergleich zum März voraussichtlich um 0,23 Billionen Rubel (+38 %) auf 0,85 Billionen Rubel steigen. Dies geht aus Berechnungen der Agentur Reuters hervor. Trotz dieses monatlichen Sprungs liegen die Einnahmen im Vergleich zum April 2025 voraussichtlich um 22 % niedriger (ein Minus von 0,24 Billionen Rubel).

Hauptfaktoren für das April-Wachstum:

  • Globale Marktentwicklung: Ein steiler Anstieg der Weltmarktpreise für Öl im März, ausgelöst durch die Eskalation im Nahen Osten, spülte zusätzliche Gelder in die Kasse.
  • NDPI (Mineralölsteuer): Den größten Zuwachs bei den Steuereinnahmen liefert die Rohstofffördersteuer, die im Vergleich zum März um 91 % (auf 0,4 Billionen Rubel) steigen wird.
  • Preis für Urals-Öl: Der für die Steuerberechnung relevante Preis für russisches Rohöl stieg im März auf 77,00 $pro Barrel, verglichen mit 44,59$ im Februar und 58,99 $ im März 2025.

Analytische Zusammenfassung:

Der Anstieg der Öl- und Gaseinnahmen im April ist ein vorübergehendes „Aufatmen“ für den russischen Haushalt, das rein auf externe geopolitische Faktoren zurückzuführen ist. Der Staat profitiert nicht von einer höheren Produktion, sondern von einer „Kriegsprämie“ auf die Energiepreise.

Dennoch ist der Rückgang um 22 % im Jahresvergleich ein ernüchterndes Signal. Er verdeutlicht, dass der russische Energiesektor trotz hoher Weltmarktpreise mit steigenden Logistikkosten und Sanktionsdruck zu kämpfen hat. Für die Regierung bedeutet dies, dass das Haushaltsdefizit weiterhin eine systemische Bedrohung bleibt. Dieser kurzfristige „Bonus“ wird die allgemeine Sparstrategie, die wir in anderen Sektoren der russischen Wirtschaft beobachten, kaum verändern.

Schreibe einen Kommentar