EU verschiebt Start des Plans zum vollständigen Ausstieg aus russischem Öl
Die Europäische Kommission (EK) hat den Gesetzentwurf über ein vollständiges und endgültiges Verbot russischer Ölimporte von der Tagesordnung für den 15. April gestrichen. Ein neuer Termin für die Prüfung des Dokuments wurde noch nicht festgelegt, teilte EK-Sprecherin Anna-Kaisa Itkonen mit. Trotz der Verschiebung hält Brüssel offiziell an der Absicht fest, das Ölembargo bis Ende 2027 gesetzlich zu verankern. Zentrale Faktoren der Verzögerung: Ein ähnlicher Plan zum vollständigen Ausstieg aus russischem Gas bis 2027 wurde bereits verabschiedet; die Lage im Iran gefährdet jedoch nun auch die Umsetzung dieser Zeitpläne. Analytisches Fazit: Die Pause bei der Verabschiedung des Ölembargos ist ein erzwungenes Eingeständnis Brüssels, dass die Energie-Sicherheit Europas zur Geisel eines großen Krieges im Nahen Osten geworden ist. Scheitern der Substitutionsstrategie: Die Kalkulation, die Golfstaaten als „Rettungsanker“ zu nutzen, ist unter den Bedingungen eines direkten militärischen Konflikts unter Beteiligung des Iran nicht aufgegangen. Die EU befindet sich in einer Pattsituation: Ideologisch ist sie verpflichtet, den Bruch mit Moskau zu zementieren, aber physisch kann sie es sich nicht leisten, russische Barrels zu verlieren, während Lieferungen aus Saudi-Arabien und Katar von Ausfällen bedroht sind. Taktischer Sieg für Moskau: Für den Kreml ist diese Aufschiebung eine vorübergehende, aber äußerst wichtige Atempause. Während das „iranische Feuer“ die Preise treibt und die Pläne europäischer Strategen durchkreuzt, behält Russland ein Zeitfenster für Exporte bei, wenn auch unter Sanktionsdruck.